Bäume stehen dem Klimaschutz im Weg
Von: Deian I.Hauseigentümer sind zur Nutzung von erneuerbaren Energien verpflichtet. Auch wenn das logisch klingt, stößt man auf absurde Widersprüche. Bäume und andere Probleme stehen dem Klimaschutz im Weg.
Immer mehr Hamburger ziehen in die idyllische Gemeinde Jesteburg, um sich von dem Großstadt-Stress zu erholen. Wer jetzt ein neues Haus bauen will, stößt seit einigen Jahren auf ein ganz neues Problem, denn der Klimaschutz konfrontiert den Naturschutz. Grund dafür ist das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWG), das Mitte 2009 in Kraft getreten ist. Demnach müssen Bauherren die neuen Häuser mit regenerativen Energien ausrüsten, die aus Sonnenenergie Strom und warmes Wasser erzeugen. Einer dieser Bauherren wollte sich an die Vorschriften halten und Solarzellen auf seinem Dach installieren. Ausgerechnet an der Südseite des Grundstücks steht eine alte Buche, dessen Krone das Dach verschattet. Die Installation wäre unter diesen Umständen gar nicht rentabel. Aus diesem Grund wollte der Bauherr die Buche fällen lassen und stieß auf heftigen Protest. Wegen ihres hohen Wertes für die Umwelt steht der Baum unter besonderen Schutz.
Laut Jesteburgs Bürgermeister Hans-Heinrich Höper besteht ein Zielkonflikt. Auf der einen Seite soll durch die Nutzung des Solarstrom die Umwelt geschützt werden. Auf der anderen Seite müssen die Bäume geschützt werden, da sie Kohlendioxid in Sauerstoff umwandeln und ebenfalls zum Klimaschutz beitragen. Der Antrag des Bauherren wurde vorerst abgewiesen, obwohl er drei andere Buchen an anderen Stelle pflanzen wollte. In Bad Salzuflen wollten Vertreter von CDU und SPD die Baumschutzsatzung komplett streichen, da eine Anliegerin den Antrag stellte drei Birken fällen zu dürfen, um eine Solaranlage auf ihrem Haus betreiben zu können. Norbert Portz, Beigeordneter für Umwelt- und Klimaschutzfragen beim Deutschen Städte- und Gemeindebund empfiehlt die Baumschutzsatzungen zu ändern. So könnten zugunsten von Solaranlagen die Fällung von Bäumen genehmigt werden, wenn die Bauherren im Gegenzug neue Bäume pflanzen. Kommunen könnten sogar Ackerflächen erwerben, damit Bauherren dort einen neuen Wald anpflanzen können, wenn nicht genügend Platz auf dem eigenen Grundstück zur Verfügung steht.
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