Behörden wollten weniger Asse Besucher
Von: Deian I.Nach einem Bericht der "Braunschweiger Zeitung" hatte das Bundesforschungsministerium und die Bergbehörden offenbar Angst, dass das Laugenproblem zu starken Diskussionen führen könnte, da in den letzten Tagen immer mehr Besuchergruppen die Asse betraten. Weiterhin wurden mehrere Messstellen für Umweltradioaktivität eingerichtet.
Der Besucherbetrieb in der Asse soll wieder ausgeweitet werden. Dafür ist der frühere Bundesforschungsminister Jürgen Rüttgers (CDU) zuständig. Der Zeitung liegt offenbar ein Schreiben eines Preussen-Elektra-Vorstandsmitglieds an Rüttgers vom März 1997 vor. In diesem Schreiben heißt es: "Das persönliche Erleben und der direkte Kontakt sind ein ganz wesentlicher Aspekt der Öffentlichkeitsarbeit". Die Asse war dem Ministerium unterstellt und es wird um einen "Zusatzbetrag" im Namen der Energieversorger für die Finanzierung gebeten. Laut Experten des Ministeriums würden zu viele Besuchergruppen die Arbeiten zur Verfüllung der Asse stören.
Im Bericht heißt es weiter, dass seit 1988 festgestellte Laugenzutritte Arbeiten zum sicheren Einschluss der Abfälle von den Bergbehörden gefordert wurde. Aus einem Gespräch mit dem neuen Präsidenten des Oberbergamtes ging hervor, dass öffentliche Diskussionen bezüglich der Laugenzutritte vermieden werden sollte. Anhand dieser Punkte ist zu erkennen, dass eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit in der Asse nicht möglich sei. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) berichtet unterdessen über die Installation zweier Messstellen zur Überwachung der Radioaktivität in der Umgebung des Atommüllagers Asse. Diese befinden sich 25 Kilometer vom Bergwerk entfernt in Cremlingen und Schöppenstedt. Es befinden sich bereits mehrere Messstellen in Kissenbrück, Wolfenbüttel, Ingeleben, Homburg, Königslutter sowie auf der Schachtanlage selbst. Über 1800 solcher Messstellen sind in ganz Deutschland installiert. Die Zentralstelle des Bundes für die Überwachung der Umweltradioaktivität beim BfS analysiert die Daten und wertet die Daten in Form von Tabellen aus. Die Werte können Online auf bfs.de abgefragt werden.
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