stromklar-logo.jpg, 47kB
9. July 2010, 15:53 Uhr Alter: 2 Jahre

Bis 2050 frei von Kohle und Atomenergie

Von: Deian I.

Laut einer aktuellen Studie kann die deutsche Stromversorgung bis 2050 vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Dazu ist nicht einmal neue Technologie notwendig.

Dies besagt die vom Umweltbundesamt (UBA) vorgelegte Studie mit dem Titel "Energieziel 2050: 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen". Demnach sei es schon bei einer konservativen Rechnung möglich, bis zur Jahrhundertmitte von der Nutzung fossiler Energie auf erneuerbare Energie umzusteigen. Einzige Voraussetzung ist den Strom sowohl effizient zu erzeugen als auch zu nutzen.

Um das Ziel zu erreichen muss auch die Politik dementsprechend reagieren. Laut UBA-Präsident Jochen Flasbarth ist es wichtig, dass alle Beteiligten so früh wie möglich handeln, damit mehr Zeit für die notwendigen technischen und gesellschaftlichen Anpassungen bleibt. Den Ausbau der erneuerbaren Energien bringt für Deutschland einen weiteren entscheidenden Vorteil mit sich, nämlich kann das Land seine hohe Importabhängigkeit von Primärenergieträgern deutlich reduzieren. Laut UBA ist die Stromerzeugung für über 40 Prozent der deutschen Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid verantwortlich. Um die Treibhausgase um 80 bis 95 Prozent zu verringern, muss die Stromversorgung auf erneuerbare Energien umgestellt werden.

In drei Szenarien untersucht die UBA die Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Die jetzt veröffentlichte Studie beruht auf dem Szenario "Regionenverbund". In diesem Fall müssten alle Regionen in Deutschland ihre Potenziale für erneuerbare Energien weitgehend ausschöpfen. Gleichzeitig gibt es einen bundesweiten Stromverbund und Energie wird nur zu einem geringen Teil aus Nachbarstaaten importiert. Alternative Szenarien sind "Großtechnologie", bei der eine europaweite Zusammenarbeit stattfinden könnte sowie "Autarkie", bei der Strom rein lokal erzeugt werden soll, werden bald folgen.


Die Berechnungen für die Studie "Regionenverbund" wurden vom Kasseler Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) im Auftrag des UBA durchgeführt. Eines der Rechenbeispiele soll aufzeigen, ob der Ausbau von Sonnen- und Windenergie wirklich zu einer unsicheren Stromversorgung führt, so wie dies Elektrizitätsversorger und Gegner der erneuerbaren Energien gern behaupten. Dazu wurden die Wetterdaten der Jahre 2006 bis 2009 von IWES-Experten ausgewertet. Anschließend wurden mit Hilfe der Daten stundengenau die Verfügbarkeit von Solar- und Windstrom modelliert. Laut der Studie zeigen die Ergebnisse der Simulation, dass ein vollständig auf erneuerbaren Energien basierendes Stromversorgungssystem in jeder Stunde ausreichend Energie für die Deckung der Last bereitstellen kann.



Ähnliche Nachrichten:

Stromanbieterwechsel

Ratgeber

Stromvergleich

Strommarkt-News

Impressum

Linktipps