Energie-Revolution in Gailtal
Von: Deian I.Eine kleine Gemeinde in Kärnten versorgt sich fast nur mit Hilfe von erneuerbaren Energien. "Umweltschutz bedeutet nicht, dass wir zurück in die Höhlen müssen."
Seit 1997 ist der 46-jährige Bürgermeister Walter Hartlieb im Amt und der SPÖ-Politiker wurde 2009 mit 81,81 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Die kleine Gemeinde ist von 3.500 Einwohnern bewohnt und erzeugt mit dezentralen Kraftwerken mehr Strom aus regenerativen Quellen, als er verbraucht. Über dem Büro des Bürgermeisters befindet sich eine Photovoltaik-Anlage. Die Gemeinde im Gailtal wurde von der EU mehrfach für ihre Ökobilanz ausgezeichnet. Bis jetzt ist die Gemeinde zu 74 Prozent von fossilen Rohstoffen unabhängig. 2015 will sie die 100-prozentige Unabhängigkeit erreichen.
Die Alpen Adria Energie AG versorgt die Gemeinde und mehr als 7.000 Kunden in ganz Österreich mit Strom. Talsperren, Pumpen und Solarkraftwerke werden von den Mitarbeiter per Mausklick gesteuert. Laut Unternehmenschef Wilfried Klauss besitzen wir seit Jahrzehnten die Ressourcen, um klimafreundliche Energie zu produzieren. Sein Urgroßvater baute 1886 bereits ein Wasserkraftwerk. Im 4-Sterne-Hotel wird mit Fernwärme aus dem Holzschnitzelofen geheizt, die Zimmer sind mit Dreifachverglasung und Schafswolle gedämmt, die WC-Anlagen werden mit Brauchwasser gespült und in der Küche werden biologisch erzeugte Lebensmittel gekocht. Der Bürgermeister bezuschusst den Einbau von Wärmepumpen und den Kauf von Elektrorollern. Darüberhinaus will die Gemeinde Elektrobusse anschaffen, damit weniger Autos verwendet werden müssen. Auch der Öko-Tourismus soll ausgebaut werden. Zurzeit läuft die Pipeline Transalpin noch durch das "Rebellengebiet". Laut Bürgermeister Klauss wird die Pipeline jedoch in naher Zukunft geschlossen, da die Umstellung auf 100 Prozent erneuerbarer Energie bald möglich sein wird.
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