Energieverschwendung stoppen
Von: Deian I.Der Gesetzesentwurf der Bundesregierung über Energieeffizienz und Energiedienstleistungen wurde von der NABU (Naturschutzbund Deutschland e. V.) als unzureichend kritisiert. Laut NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller sind die Einsparziele mit dem vorliegenden Konzept nicht zu erreichen. Dem Geschäftsführer sei es schleierhaft, wie mit dem wenigen Vorschlägen die notwendige Effizienzrevolution gestartet werden solle.
Der Gesetzentwurf wurde mehreren Verbänden wie dem NABU vorgelegt worden. Nach der Stellungnahme soll im der Entwurf so bald wie möglich im Kabinett verabschiedet werden. Seit fast zwei Jahren hätten die europäischen Vorschriften der EU-Richtlinie 2006/32/EG über Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen umgeschrieben werden müssen. Die EU-Kommission hat bereits ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet. Miller sagte, dass die Bundesregierung immer im Verzug produziert und selbst dann nichts zu Stande bringt. Die Koalition hat die EU-Richtlinie Eins-zu-eins umgesetzt und neue wirksame Maßnahmen einfach ausgelassen.
Viele Bereiche in der Wirtschaft und private Haushalte bieten großes ungenutztes Einsparpotential, mit dem man auch gleichzeitig das Klima schützen kann. Laut NABU-Energieexperte Elmar Große Ruse wird mit dem neuen Gesetz die Energieverschwendung nicht beendet. Für eine systematische Effizienz zum Strom sparen muss ein staatlicher Effizienzfond eingerichtet werden, um moderne Technologien wie zum Beispiel hocheffiziente Kühlgeräte oder Lüftungsanlagen in Wirtschaft und Haushalten zu verbreiten. Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, die Energieproduktivität in Deutschland bis 2020 im Vergleich zu 1990 zu verdoppeln. So würde die Wirtschaft nur noch die Hälfte der Energie benötigen. Von 1990 bis 2006, also zur Halbzeit, ist die Energieproduktivität aber bisher lediglich um 31 statt um 50 Prozent gestiegen. Bis auf die Modernisierung in den östlichen Bundesländern gab es in den letzten Jahren kaum noch Fortschritte. Darüberhinaus ist die deutsche Wirtschaft um 27 Prozent gestiegen, Netto ist also der absolute Energieverbrauch nicht gesunken.
Der NABU fordert die Festlegung von relativen und absoluten Energieeinsparzielen für Deutschland. Beide müssen auch in einem Energieeffizienzgesetz verankert werden. Weiterhin wird gefordert, dass der Energieverbrauch pro Einheit des Bruttoinlandsprodukts jährlich um drei Prozent sinken muss. Somit muss der Endenergieverbrauch für den Zeitraum von 2005 bis 2020 um 20 Prozent sinken. Nur so wird gewährleistet, dass Einsparungen bei Konjunktureinbrüchen nicht durch Wirtschafswachstum wieder verloren gehen. Darüberhinaus hält der NABU einen staatlich verwalteten Energiesparfonds für notwendig.
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