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3. May 2011, 18:35 Uhr Alter: 1 Jahre

EnviaM-Gruppe steigert Absatz

Von: Deian I.

Der eigenen Angaben zufolge größte ostdeutsche Regionalversorger enviaM geht von weiter steigenden Strompreisen aus. Laut dem Vorstandsvorsitzenden der enviaM AG, Carl-Ernst Giesting, werden die Netzentgelte langfristig steigen. Dies sagte er am Dienstag in Chemnitz.



Grund für Preissteigerungen seien hohe Investitionen in die Netze zur Übertragung des Stroms aus erneuerbaren Energieträgern, besonders problematisch sei derzeit die Windkraft. Für den Ausbau will die Tochter envia Netz rund 1,1 Milliarden EUR bis zum Jahr 2021 bereitstellen.



In diesem Jahr plant das Unternehmen die Hochspannungsleitung von Falkenberg nach Herzberg (Brandenburg) zu erneuern. Zusätzlich will enviaM rund 30 Millionen EUR zur Erhöhung der Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern investieren. Dazu plant der Energieversorger die Inbetriebnahme von Biogasanlagen in Zwönitz und in Goltewitz (Sachsen-Anhalt).



Mit diesen Maßnahmen reagiert enviaM auf die Angst um eine Versorgungsknappheit infolge der Kernkraft-Diskussion. Laut Giesting sind die erneuerbaren Energien zwar die Zukunft, jedoch hinke der Netzausbau noch deutlich hinterher. Weiterhin forderte der Vorstandsvorsitzende von der Politik die Vor- und Nachteile der Kernkraftwerke abzuwiegen und anschließend ein Ausstiegsdatum festzulegen. Die Bürger müssten an diesem Prozess ebenfalls teilhaben.



Seit der Atomkatastrophe in Japan sind die Beschaffungspreise für Strom an der Strombörse um rund 10 Prozent angestiegen. Wegen der langfristigen Einkaufszyklen wirkten sich diese allerdings noch nicht auf die Kunden aus. Ungewiss sei laut Vertriebsvorstand Andreas Auerbach  die jährlich vom Staat festgelegte Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Deshalb erhöhte enviaM zum 1. Mai die Preise der Grundversorgung, plant allerdings keine weiteren Anpassungen bis zum Jahresende.



Eigenen Angaben zufolge blickt die enviaM-Gruppe auf ein positives Jahr 2010 zurück. So konnten die Absätze von Strom, Gas und Wärme steigen und die Umsatzerlöse erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr von 4,2 Milliarden auf 4,3 Milliarden EUR . Die höheren Umsätze des konzerneigenen Netzbetreibers sind einer der Gründe für die positiven Zahlen.



Insgesamt erzielte die enviaM AG einen Umsatz von 2,82 Milliarden EUR ohne Energiesteuern (Vorjahr 2,78 Mrd). Der Umsatz gestaltet sich zu 73 Prozent aus Strom, aber auch die Gasabgabe konnte von 3.273 auf 4.380 Gigawattstunden deutlich ansteigen.



Der um Sondereffekte bereinigte Jahresüberschuss der enviaM AG sank von 235 Millionen EUR im Jahr 2009 auf 227 Millionen im vergangenen Jahr. Am Mittwoch wird das Unternehmen der Hauptversammlung erneut eine Dividendenausschüttung von 65 Cent je Aktie vorschlagen. Davon profitieren zum einen der Hauptanteilseigner RWE, als auch die rund 700 Kommunen in Ostdeutschland, die 41,46 Prozent der Anteile halten.



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