E.ON plant Nukleardienstleister Urenco zu verkaufen
Von: Deian I.Nach den Gerüchten, dass der Energieversorger einen Teil an dem Nukleardienstleister Urenco verkaufen wolle, plant nun auch E.ON einen Teil seiner Anteile an dem Unternehmen zu veräußern. Nach Angaben der Zeitung "Handelsblatt" planen beide Konzerne den Verkauf ihrer gemeinsamen Beteiligung von einem Drittel.
Laut dem Zeitungsbericht haben die beiden Energieversorger bereits Berater eingestellt, um den Ausstieg vorzubereiten. Weder RWE noch E.ON war zu einer Stellungnahme zu den Gerüchten bereit. Über den geplanten Verkauf seitens RWE wurde bereits zu Beginn der Woche spekuliert.
Der Nukleardienstleister Urenco beliefert Betreiber von Atomkraftwerken unter anderem mit angereichertem Uran. Neben den beiden deutschen Energiekonzernen halten Großbritannien und die Niederlande jeweils ein Drittel an dem Konzern. Auch die britische Regierung prüfe seit längerer Zeit den Verkauf ihres Anteils. Aufgrund der Vorfälle in Japan wurden die Pläne im Frühjahr zurückgestellt. Großbritannien erhofft sich einen Erlös in Höhe von rund einer Milliarde Pfund aus ihrem Anteil. Die niederländische Regierung ist über die Verkaufspläne ihrer Partner nicht erfreut, will aber weiterhin an ihrem Anteil festhalten.
Insgesamt vier Standorte hat das Unternehmen Urenco, in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und den USA. Urenco betreibt in Deutschland eine Anreicherungsanlage im westfälischen Gronau, die einzige Uranfabrik in ganz Deutschland. Vom Atomausstieg ist die Anlage allerdings nicht betroffen, da das Uran zu 97 Prozent ins Ausland geht. Das Geschäft ist sehr profitabel, im vergangenen Jahr konnte Urenco einen Umsatz von fast 1,3 Milliarden EUR mit einem Nettogewinn von 387 Millionen EUR vorweisen.
Aufgrund mehrerer meldepflichtiger Ereignisse wurde die Anlage in Gronau von Atomgegnern ins Visier genommen. Bis Ende soll außerdem ein Uranoxid-Lager gebaut werden, das zu herbe Kritik von Umweltschützern führt.
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