E.ON verkauft Beteiligung an schweizer Energieversorger BKW
Von: Deian I.E.ON, der größte deutsche Energiekonzern, verkauft seine Anteile von 21 Prozent an dem schweizer Energieunternehmen BKW. Für den Verkauf erhält der Energiekonzern über eine halbe Milliarde Euro. Dies teilte der Dax-Konzern am Donnerstag mit.
Mit dem Verkauf will das Unternehmen seine Schulden abbauen und sein Kreditprofil verbessern. In einem ersten Schritt kauft BKW selbst neun Prozent der Aktien. Fünf Prozent der Aktien gehen an den schweizerischen Energieversorger Groupe E. Für die beiden Prozesse erhält E.ON bereits 346 Millionen Euro. BKW hat sich darüberhinaus die Kaufoption für die restlichen 7 Prozent der Anteile bis Ende September 2011 gesichert. Sollte BKW auf diese Option zurückgreifen, erhält E.ON weitere 180 Millionen Euro. Für die beiden schweizer Unternehmen bedeutet der Kauf gleichzeitig eine Erhöhung der Kreuzbeteiligung.
Der deutsche Energiekonzern hat seine Teile an BKW bereits 1997 und 1999 in zwei Schritten erworben. Laut E.ON-Finanzvorstand Marcus Schenck war die Zusammenarbeit mit BKW erfolgreich. Jedoch sei der unternehmerische Gestaltungsspielraum zu gering gewesen, da der Kanton Bern die Mehrheit der Anteile behalten wolle.
Nach den milliardenschweren Zukäufen der letzten Jahren trennt sich E.ON im Moment von zahlreichen Randgeschäften. Bereits im vergangenen Jahr trennte sich E.ON für knapp 3 Milliarden Euro von der Stadtwerke-Holding Thüga. In diesem Jahr verkaufte der deutsche Energieriese sein deutsches Höchstspannungsnetz für rund eine Milliarde Euro und vereinbarte zudem den Verkauf seines US-Geschäfts für 7,6 Milliarden US-Dollar. Außerdem berichten Medien, dass sich E.ON von seinen Aktien am russischen Gasriesen Gazprom trennen wolle.
Das italienische Gasnetz konnte das Unternehmen bisher nicht verkaufen, weil sich die eigenen Preisvorstellungen nicht realisieren ließen. Durch die Verkäufe will E.ON seine Schulden senken. Im vergangen Jahr kämpfte der Konzern mit Verbindlichkeiten in Höhe von 44,6 Milliarden Euro. Seit 2006 hatten sich die Schulden durch Zukäufe mehr als verdoppelt.
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