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28. June 2010, 14:58 Uhr Alter: 2 Jahre

E.ON will Gazprom-Aktien verkaufen

Von: Deian I.

Der Energieriese E.ON denkt darüber nach, seine 3,5-prozentige Beteiligung am russischen Gaskonzern Gazprom zu verkaufen. Dies geht aus einem aktuellen Pressebericht hervor. Laut der Zeitung Vedomosti, die sich auf Finanzmarktkreise beruft, ist ein Staatskonzern an den Aktien interessiert.

Derweilen ist der größte deutsche Energiekonzern besorgt darüber, einen zu niedrigen Preise für seine Gazprom-Anteile zu erhalten. Deshalb will der Konzern die Aktien nicht auf dem freien Markt losschlagen. Das gesamte Aktienpaket hat einen Wert von circa vier Milliarden US-Dollar, umgerechnet 3,2 Mrd. Euro.

Das Blatt eine Quelle bei der Gazprombank, demnach habe E.ON mehrere Optionen bereits geprüft, um sich so profitabel wie möglich von den Gazprom-Aktien zu trennen. Die Diskussionen sollen seit zwei Jahren andauern und E.ON hatte sich bereits 2009 im Zusammenhang mit dem Einstieg in das sibirische Gasfeld Juschno Russkoje von seiner Beteiligung an der russischen Gesellschaft ZAO Gerosgaz getrennt. Somit versuchte E.ON bereits im vergangenen Jahr mit dem Verkauf seiner 49-prozentigen Beteiligung die Schulden abzubauen.


Die direkte Beteiligung an Gazprom hält E.ON über seine Gastrochter Ruhrgas. Wegen des Umbruchs im Gasmarkt verlieren diese Anteile jedoch nach und nach an Bedeutung. Darüberhinaus ist die Gazprom-Dividende für das vergangene Jahr stark eingebrochen. Nun will der Düsseldorfer Konzern vermehrt selbst Gas fördern, da die Preise für Gas an den Spotmärkten wegen eines massiven Überangebots unter Druck stehen. Damit weicht auch die bisher traditionelle Bindung an den Ölpreis immer mehr auf. Zu Jahresbeginn konnte E.ON zwar flexiblere Verträge mit dem russischen Staatskonzern durchsetzen, sitzt aber weiterhin auf festen und langfristigen Abnahmeverträgen fest, die sich am Ölpreis orientieren.



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