E.ON will gegen Aus für Kohlekraftwerk in Datteln klagen
Von: Deian I.Die von der Regierung geplante Energiewende zwingt immer mehr Energieversorger zu neuen Maßnahmen. Um den Weiterbetrieb der Kohlekraftwerke in Datteln durchzusetzen, geht der Energiekonzern E.ON nun vor Gericht.
Gegenüber der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" bestätigte der Vorstandschef Johannes Teyssen die Klage. Der Energiekonzern will die alten Kraftwerke noch so lange laufen, bis das neue umstrittene Kraftwerk in Datteln ans Netz geht. Die Bezirksregierung Münster entschied Ende Juni, dass E.ON die alten Meiler nach dem 31. Dezember 2012 nicht mehr betreiben darf.
Im Dezember 2006 erklärte E.ON, dass die alten Atommeiler spätestens Ende 2012 abgeschaltet werden. Diese Meldung wurde allerdings zurückgenommen, da sich die Fertigstellung des neuen Kraftwerks verzögert. Nach Angaben von Teyssen werden die Altmeiler abgeschaltet, sobald das neue Kraftwerk ans Netz geht. Früher wäre allerdings nicht möglich, da derzeit Jeder vierte Zug der Deutschen Bahn mit Strom aus Datteln fahren würde und 100.000 Haushalte von dort ihre Fernwärme erhalten.
Das NRW-Umweltministerium sieht die Situation anders. Ihrer Meinung nach will E.ON die verschärften Umweltanforderungen entweichen. Deshalb wird davon ausgegangen, dass eine Klage von E.ON von den Gerichten abgewiesen wird. Sollten die alten Kraftwerke nach 2012 notwendig sein, um die Fernwärme- und Bahnstromversorgung zu gewährleisten, wäre der Weiterbetrieb unter Umständen möglich.
Derzeit wird an dem neuen Kohlekraftwerk in Datteln nicht weitergebaut, nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster im Jahr 2009 den Bebauungsplan der Stadt Datteln wegen Verstößen gegen das Umwelt- und Planungsrecht für ungültig erklärt hatte. Derzeit ist nicht bekannt, wann die Lage geklärt wird und der Bau voranschreiten kann.
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