FlexStrom will Bonus nicht auszahlen
Von: Deian I.Trotz des Urteils vom Bund der Energieverbraucher (BdEV) will der Energieversorger FlexStrom seinen Kunden den Bonus nicht auszahlen. Eine Sprecherin des Billigenergieanbieters sagte am Freitag in Berlin auf dapd-Anfrage, dass FlexStrom die Entscheidung der Schlichtungsstelle Energie ablehne. Damit bestätigte sie gleichzeitig einen Bericht des "Tagesspiegel". FlexStrom will im Ernstfall den Streit vor Gericht austragen. Der Sprecher des Unternehmens kritisierte die Entscheidung der Schlichtungsstelle als "Witz".
FlexStrom wurde von der Schlichtungsstelle Energie dazu aufgerufen, seinen Kunden einen Bonus auszuzahlen, auch wenn diese nach einem Jahr ihren Vertrag kündigen. FlexStrom verweigerte einem Kunden die Bonusauszahlung, woraufhin sich dieser bei der Berliner Schlichtungsstelle beschwerte. In diesem Fall geht es um einen Bonus in Höhe von 70 EUR. FlexStrom begründet seine Entscheidung mit einer Klausel im Vertrag, wonach der Bonus nicht ausgezahlt wird, wenn der Kunde innerhalb des ersten Jahres kündigt.
Wie der Billigenergieversorger bekannt gab, haben sich bereits mehr als 50 Gerichtsverfahren wegen nicht ausgezahlter Boni angesammelt. In fast allen Prozessen erhielt das Unternehmen Recht, so der FlexStrom-Sprecher. Das Heidelberger Landgericht ist eines der wenigen Gerichte, welches zulasten des Unternehmens entschied und das Verhalten als "versuchte Bauernfängerei" bezeichnete.
FlexStrom kündigte an, in Zukunft auf die Schlichtungsstelle zu verzichten und Probleme mit seinen Kunden direkt vor Gericht zu lösen. Wie der Sprecher gegenüber der dapd sagte, liegen die Gebühren für den Schlichterspruch bei 350 EUR. Selbst wenn FlexStrom vor Gericht unterliegt, sind die Kosten geringer, als bei einem Zuspruch von der Schlichtungsstelle.
Auch mit dem unabhängigen Verbraucherportal Verivox streitet sich FlexStrom, denn das Portal hatte die Vermittlung von Neukunden eingestellt. Grund dafür sei nicht Nichtauszahlung der Boni seitens FlexStrom. Der Energieversorger fordert nun Schadenersatz.
Haben Sie auch Probleme mit Ihrem Stromanbieter? Dann wechseln Sie jetzt mit unserem Stromrechner kostenlos zu einem neuen Versorger.
Ähnliche Nachrichten: