Gasnetzverkauf von RWE problematisch
Von: Deian I.Der Verkauf des RWE-Gasnetzes verzögert sich weiter. Am Dienstag sagte eine Sprecherin des Energiekonzerns RWE der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX, dass es immer noch Unklarheiten über den regulatorischen Rahmen gebe. Für die Kaufinteressenten sind diese Konditionen wichtig. Den Rahmen mit den Erlösobergrenzen wollte die Bundesnetzagentur bereits im vergangenen Jahr festlegen.
Der Chef der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth sagte am Dienstag, dass der Käufer die Kriterien des Energiewirtschaftsgesetzes und europäisches Recht erfüllen muss. In Zukunft sollen die Betreiber von Strom- und Gasnetzen zertifiziert werden. Zu den geplanten Kriterien gehören unter anderem Investitionsfähigkeit und Zuverlässigkeit.
Die Behörde ist an dem Verkaufsprozess von RWE nicht beteiligt. Die EU-Kommission erhielt 2008 das Angebot des rund 4.000 Kilometer langen Gasnetzes in Deutschland, um ein Kartellverfahren abzuwenden. Wettbewerbsschützer stimmten dem Vorschlag Anfang 2009 zu. RWE hat laut dpa-AFX-Informationen zwei Jahre Zeit, um den Verkauf abzuschließen. Der Verkaufsprozesss sollte eigentlich im dritten Quartal dieses Jahres eingeleitet werden. Derzeit wagt das Unternehmen keinen genauen Termin zu nennen. RWE geriet wegen unklaren Rahmenbedingungen unter Druck. Branchenkreisen zufolge versucht der Konzern bereits, die Verkaufsfrist bei der EU-Kommission zu verlängern. Andernfalls wird es schwer werden, das 600 Millionen Euro-Netz zu verkaufen.
Ein kommunales Konsortium um das Gasunternehmen Bayerngas zeigte bereits ein Interesse an dem Netz. Dazu gehört auch der niederländische Gasnetzbetreiber Gasunie, der sich im Frühjahr jedoch mit der Begründung zurückzog, dass die Regulierung Investitionen in Deutschland unberechenbar mache.
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