Gazprom investiert in deutsches Stromgeschäft
Von: Deian I.Der russische Gasriese Gazprom steigt eigenen Angaben zufolge in das deutsche Endkundengeschäft ein. Wie Jonathan Feingold, der Gazprom Energy-Direkt mitteilte, wurde der hessische Energieanbieter Envacom von Gazprom übernommen. Laut dem russischen Staatskonzern wurde die Übernahme bereits vergangenen Donnerstag besiegelt.
Mit der Ankündigung bestätigte Feingold einen Bericht der "Frankfurter Rundschau" vom Samstag. Die Zeitung beruhte sich in ihrem Bericht auf eine Mail des Envacom-Geschäftsführers. In dieser kündigte Raith Tillmann seinen Geschäftspartnern den Verkauf der Gesellschaftsanteile der Envacom Service GmbH an Gazprom an.
Die Wiesbadener Envacom wurde 1999 gegründet und hat eigenen Angaben zufolge rund 500.000 Kunden. Laut der "Frankfurter Rundschau" hat das Bundeskartellamt dem Verkauf bereits zugestimmt, wodurch Gazproms Einstieg in den deutschen Strommarkt bereits endgültig ist.
Gegenüber Dow Jones sagte Feingold, dass Envacom sein Endkundengeschäft fortführen wird, bis sich der Markenname in 1 bis 2 Wochen in Gazprom Energy ändert. Mit dem Erwerb macht Gazprom den ersten Schritt in den deutschen Strommarkt und will sich laut der Zeitung auf Gewerbekunden fokussieren.
Die Tochtergesellschaft von Gazprom Marketing & Trading, Gazprom Energy, konzentriert sich auf die Vermarktung von Gas und Strom. In Großbritannien, den Niederlanden und Frankreich ist Gazprom Energy bereits aktiv. In Deutschland soll allerdings kein Gas verkauft werden.
Die Deutschland-Tochter soll sich innerhalb kürzester Zeit selbst tragen. Eigenen Angaben zufolge will Gazprom keine Dumpingpreise bieten, um Kunden anzulocken. Wie viel Gazprom für die Envacom gezahlt hat, wollte Feingold nicht verraten. Gazprom sei allerdings weiterhin auf der Suche, in Deutschland und weltweit zu investieren.
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