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12. July 2010, 19:41 Uhr Alter: 2 Jahre

Gazprom will RWE aus Nabucco-Projekt drängen

Von: Deian I.

Im Machtkampf um die europäische Gasversorgung versucht Gazprom offenbar den Energiekonzern RWE auf seine Seite zu ziehen. RWE ist derzeit im Nabucco-Projekt aktiv und wurde von Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew eingeladen, sich an der Nabucco-Konkurrenzpipieline South Stream zu beteiligen. Dies berichtete das "Handelsblatt" am Montag unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Der russische Energieriese Gazprom und der italienische Energiekonzern ENI sind die Hauptverantwortlichen für das South Stream-Projekt. Wenn es Gazprom gelingt, RWE aus dem Nabucco-Konsortium herauszubrechen, wäre das Projekt kaum noch zu halten.

Das Nabucco-Projekt wurde von mehreren europäischen Energiekonzern initiiert und soll in Zukunft Erdgas unter Umgehung von Russland aus Ländern wie Turkmenistan und Aserbaidschan nach Westeuropa bringen. Laut dem "Handelsblatt" nutzt Gazprom die momentane Schwäche des Nabucco-Konsortiums und die Verhandlung mit potenziellen Lieferpartnern gestalten sich schwierig.

Nach jahrelanger Bemühungen kann das Nabucco-Konsortium noch immer keine belastbaren Lieferzusagen für die Pipeline vorlegen. Solange diese nicht vorgelegt werden, kann auch der Bau der 3.300 Kilometer langen Pipeline, die von der türkischen Ostgrenze bis nach Österreich führen soll, nicht beginnen. Nach der bisher gültigen Planung soll die Pipeline spätestens 2015 das erste Gas nach Westeuropa liefern.


Die geplante Pipeline soll die Abhängigkeit vom russischen Gas verringern und wird von der EU als ein wichtiges und notwendiges Projekt angesehen. Etwa ein Viertel des europäischen Erdgases kommt aus Russland. In Deutschland liegt der Anteil sogar über dem EU-Durchschnitt. Mit dem South Stream-Projekt will Gazprom den Einfluss der Transitländer Weißrussland und Ukraine verringern, da es mit den beiden Ländern in den vergangenen Jahren immer wieder Probleme und Streitigkeiten gegeben und sich diese auf die Gaslieferungen ausgewirkt haben.



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