Greenpeace protestiert gegen BP
Von: Deian I.Heute veröffentlichte der britische Energiekonzern BP seine Halbjahreszahlen und sorgte damit für Aufregung in den Reihen der Umweltorganisation Greenpeace und anderen Organisationen. Die ökologische Bilanz des BP-Konzerns stärkt nicht gerade das Image des Unternehmens, sondern sorgt für Kritik, denn bei einem Jahresumsatz von 200 Milliarden Euro werden lediglich 1 Milliarde Euro in den Ausbau von erneuerbaren Energie investiert. Neue Ölförderungsprojekte sollen jedoch mit 19 Milliarden Euro finanziert werden.
Vor der Bochumer Konzernzentrale fanden sich zahlreiche Greenpeace-Aktivisten für die Protestaktion ein. Die Aktivisten stellten dort einen 4 Meter hohen Förderturm auf, aus dem ein Öl-Imitat sprudelte und die Fahnen des Konzerns verschmierte. Auf den Bannern der Protestanten stand "BP: Raus aus der Tiefsee". Gleichzeitig legten Aktivisten in London die 50 BP-Tankstellen lahm, indem sie die Notschalter aktivierten und Teile der Schalter demontierten, um ein Wiederanschalten der Zapfsäulen zu unterbinden.
Mit den Protesten will die Organisation auf die falsche Konzernpolitik hinsichtlich der ökologischen Aspekte aufmerksam machen. Offensichtlich hat der Konzern aus der Ölkatastrophe am Golf von Mexico, die noch immer nicht unter Kontrolle ist, nicht gelernt. Laut Karsten Smid, Greenpeace Energieexperte, versucht BP mit dem Firmenslogan "beyond petroleum" ein grünes Mäntelchen umzuhängen. Der Konzern meint es nicht ernst mit dem Wandel, besonders an den Investitionen kann man dies sehen. Der Energiekonzern investiert 20 Mal so viel Geld in riskante Ölförderprojekte wie in erneuerbare Energien.
Bisher realisierte BP 14 Tiefseeprojekte, weitere 18 sind in Planung. Neun von diesen Projekten sind werden demnächst beginnen, da die Planungsphasen fast abgeschlossen sind. Die restlichen neun Projekte sollen in einer Wassertiefe von 200 Metern Öl fördern und werden in Gebieten liegen, die sowohl für das lokale als auch das globale Ökosystem von großer Bedeutung sind. Dabei wird auf eine Ausarbeitung von umfassenden Notfallplänen verzichtet und weitere Katastrophen in Kauf genommen.
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