Internet als Stromfresser
Von: Deian I.Mikrochips in Hochleistungsrechnern wie dem Jülicher "Jugene, der zu den leistungsstärksten Rechen Europas gehört, sollen demnächst mit Wasser gekühlt werden. Dies schlägt Gerhard Meijer von IBM in Zürich heute in der Fachzeitschrift "Science" vor. Dabei lässt sich die Leitwärme weiter nutzen, während sie bei luftgekühlten Systemen verloren geht. Zwei Prozent der weltweiten Stromerzeugung wird von Rechenzentren und Servern des Internets verbraucht. Umgerechnet sind das 330 Milliarden Kilowattstunden und 200 Millionen Tonnen Kohlendioxid, die in die Luft gelangen.
Ein Hochleistungs-Mikrochip strahlt pro Quadratzentimeter Oberfläche eine Energie von rund 50 Watt in Form von Wärme ab. Da die Rechenleistung immer größer wird, die Transistoren als wichtigste Wärmeproduzenten immer kleiner werden und dichter zusammen gepackt werden können, wird die Abstrahlungs-Wärme auch steigen. Bisher wird die überschüssige Wärme durch die Kühlrippen der Chips geblasen. Luft kann jedoch nur wenig Wärme aufnehmen und abtransportieren. Wasser hat eine Wärmekapazität, die Tausend mal höher ist. Selbst bei 60 bis 70 Grad kann warmes Wasser die Chips noch ausreichend kühlen und vor Überhitzung schützen. Somit könnte der Energieverbrauch von Rechenzentren um 50 Prozent gesenkt werden.
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