Kohlekraftwerk Mannheim als Kaltreserver
Von: Deian I.Das baden-württembergische Umweltministerium teilte der Bundesnetzagentur am Freitag in Stuttgart mit, dass das Kraftwerk in Mannheim, nach der Abschaltung der 8 deutschen Atomkraftwerke, als Reserve bei Stromversorgungsengpässen genutzt werden kann.
Genauer gesagt handelt es sich um den Block 3 des Kraftwerks, der als Kaltreserve genutzt werden könnte. Bis Ende Oktober könnte die notwendige immissionsschutzrechtliche Genehmigung vorgelegt werden.
Derzeit werden alle Stromerzeugungsanlagen von der Bundesnetzagentur auf ihre Tauglichkeit als Reserve überprüft, um bei extremen Stromengpässen einzuspringen. Das Umweltministerium wurde von der Bonner Behörde dazu aufgefordert, bis Freitag zu erfahren, ob Block 3 des Großkraftwerks Mannheim bis November 2011 die notwendige Genehmigung erhält. Block 3 ist bisher ein Reserveblock, der nur dann genutzt werden darf, wenn einer der vier aktiven Blöcke nicht funktioniert.
Nach Angaben einer Bundesnetzagentur-Sprecherin soll die Reserve nur in bestimmten Szenarien zum Einsatz kommen, wenn z.B. bei extremen Wetterlagen oder schlechten Bedingungen für die Erzeugung von Strom durch Windkraft und Sonne. Sollten diese Fälle eintreten, wird die Reserve für wenige Stunden eingeschaltet.
Im Großkraftwerke Mannheim wird aktuell ein neuer Block gebaut, der über eine Gesamtleistung von 911 megawatt verfügt. Nach der Inbetriebnahme des neuen Blocks soll sich die Frage einer Versorgungsreserve laut dem Ministerium nicht mehr stellen, da seine Kapazität die der Blöcke 3 und 4 ausgleicht.
Brigitte Dahlbender, die Landesvorsitzende des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), sagte, dass sie den Block 3 des GKM gegenüber dem alten AKW Phillippsburg 1 bevorzuge. Dennoch hält sie und der BUND eine Kaltreserve unnötig. Gegen den Bau von Block 9 des GKM will sich der Bund auch nach einer gerichtlichen Niederlage wehren.
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