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9. November 2011, 22:22 Uhr Alter: 194 Tage

Massiver Gewinneinbruch bei E.ON

Von: Deian I.

Deutschlands größter Energieversorger E.ON ist zwar noch weit von den roten Zahlen entfernt, jedoch macht die Energiewende dem Düsseldorfer Konzern schwer zu schaffen. Ein umfangreiches Sparprogramm wurde initiiert, da der Konzern 2 Milliarden EUR weniger in den Kassen hat.



Grund für den massiven Gewinneinbruch ist der Atomausstieg. In den ersten 9 Monaten dieses Jahres können die Folgen des Atomausstiegs bereits abgelesen werden. Die Abschaltung zweier Kernkraftwerke sowie ein schwaches Gasgeschäft ließen den Konzernüberschuss auf 1,6 Milliarden EUR einbrechen, ein Rückgang von 64 Prozent. Dies teilte E.ON am Mittwoch mit. Die Brennelementesteuer und Stilllegung der Atomkraftwerke alleine belastet das Ergebnis des Energiekonzerns mit rund 2,3 Milliarden EUR. Nach 3 Quartalen liegt der Umsatz bei 78 Milliarden EUR, dies entspricht einem Plus von 21 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres.



Der negative Trend will E.ON so schnell wie möglich stoppen. Um sich vor Risiken aus der Finanzentwicklung zu schützen, hat der Energieversorger ein umfangreiches Sparprogramm auf die Beine gestellt. Dieses sieht unter anderem vor, weltweit 11.000 Arbeitsstellen zu streichen. Weiterhin soll das Deutschlandgeschäft neu ausgerichtet sowie Gas- und Handelseinheiten zusammengelegt werden.



Die E.ON angestellten lassen die Streichung der Arbeitsplätze nicht auf sich sitzen. Vergangenen Montag gingen 4.000 Beschäftigte der E.ON-Tochterfirmen in Hannover auf die Straße, um gegen die Pläne des Konzerns zu protestieren. Nach Angaben des Vorsitzenden des Konzernbetriebrats, Hans Prüfer, sei noch immer nicht klar, in welchem Umfang und an welchen Standorten die Arbeitsplätze wegfallen werden. Die Gewerkschaften IG BCE und Verdi versuchen zwar mit dem Vorstand des Konzerns zu diskutieren, jedoch wird gibt es kaum Fortschritte, denn beide Gewerkschaften fordern den Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen sowie Beschäftigungsgarantien, ansonsten sollen Warnstreiks folgen.



Im Sommer senkte E.ON bereits seine Prognosen für sein gesamtes Geschäftsjahr, diese bleiben vorerst beim Wert des Sommers. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wird von E.ON bei einem Wert zwischen 9,1 und 9,8 Milliarden EUR erwartet. Ende September erreichte der Energieversorger 6,6 Milliarden EUR, im letzten Quartal sind also noch mindestens 2,5 Milliarden nötig. Im Bereich der erneuerbaren Energien verzeichnet E.ON positive Geschäfte. Dank dem guten Windgeschäft stieg in diesem Geschäft das EBITDA auf 1,1 Milliarden EUR, was einer Steigerung von 19 Prozent entspricht.



Die schwachen Ergebnisse führen dazu, dass E.ON Auswege sucht. Geplant wird unter anderem eine Klage gegen den Atomausstieg. Am Mittwoch kündigte der Finanzvorstandchef Marcus Schenck bei einer Telefonkonferenz an, dass E.ON vor dem dafür zuständigen Gericht klagen wird.



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