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22. April 2011, 15:16 Uhr Alter: 306 Tage

Mehr als 10 Millionen Kunden von Strompreiserhöhungen betroffen

Von: Deian I.

In den kommenden 2 Monaten werden wieder zahlreiche Stromanbieter, darunter auch E.ON, ihre Strompreise erhöhen. Als Grund für die erneut steigenden Preise ist nicht wie erwartet der schnelle Atomausstieg, sondern die höheren Kosten zur Förderung von Ökostrom.



Am Dienstag berichtete die Nachrichtenagentur Reuters, dass sich Stromkunden auf erneute Strompreiserhöhungen einstellen müssen. Damit wird der seit Beginn des Jahres anhaltende Trend der Strompreiserhöhungen fortgesetzt. Im Januar und Februar dieses Jahres erhöhten nicht weniger als 680 Stromversorger die Preise, weitere 51 Stromanbieter folgten im März. Auch im April und Mai werden die Verbraucher nicht geschont, weitere 50 lokale Stromversorger wollen nachziehen.



Auch der Energieriese E.ON gehört zu den Unternehmen, die in den kommenden 2 Monaten an der Preisschraube drehen wollen. Deutschlands größter Stromversorger wird mit seinen Preiserhöhungen besonders viele Haushalte treffen, die im Schnitt rund 6 Prozent mehr zahlen werden. Demnach wird ein vierköpfiger Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden pro Jahr durchschnittlich 60 EUR mehr zahlen.



Von den Strompreiserhöhungen der großen Grundversorger wie Vattenfall, EnBW, RWE sowie der Regionalversorger wie die Stadtwerke München oder EnviaM sind fast alle Bundesländer betroffen. Stromkunden in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen bleiben von erneuten Erhöhungen vorerst verschont.



Kritiker bemängeln die Gründe der Versorger, die wie auch bei den Preissteigerungen zu Anfang des Jahres, die derzeitige Preisrund mit der seit 2011 höheren EEG-Umlage begründen. Dies sei laut Energieexperten lediglich eine Ausrede, da die Einkaufskonditionen für Großhändler auf dem Strommarkt im vergangenen Jahr spürbar gesunken sind. Dadurch müssten sich die gestiegenen Kosten für die Ökostromabgabe mit den kleineren Einkaufspreisen ausgeglichen haben.



Die Entscheidung für einen vorzeitigen und schnellen Atomausstieg haben keinen Einfluss auf die erneuten Strompreiserhöhungen. Derzeit ist noch nicht bekannt, in wieweit sich das Atommoratorium der Bundesregierung auf den Strompreis auswirken wird. Experten rechnen allerdings mit gleichbleibend hohen Großhandelspreisen für Strom und weiteren Strompreisanstiegen.

 

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