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14. July 2011, 19:57 Uhr Alter: 312 Tage

Partnerschaft zwischen RWE wurde besiegelt

Von: Deian I.

Die Gerüchte um eine mögliche Partnerschaft zwischen dem Energiekonzern RWE und dem russischen Gaskonzern Gazprom haben sich bestätigt. Beide Unternehmen wollen bei der Stromerzeugung aus Steinkohle und Gas in Mitteleuropa zusammenarbeiten.



Am Donnerstag unterzeichneten die beiden Vorstandschefs Alexej Miller und Jürgen Großmann in Rom eine entsprechende Grundsatzerklärung. Dies teilte der deutsche Energiekonzern in Essen mit.



In dem sogenannten "Memorandum of Understanding" wurde festgelegt, wie bereits bestehende und zukünftige Steinkohle- und Gaskraftwerke in Großbritannien, Deutschland und den Beneluxländern in ein gemeinsames Unternehmen integrierte werden könnten.



Seitdem die deutsche Bundesregierung den Atomausstieg beschlossen hat, baut RWE den Konzern um. Laut der Pressemitteilung sagte Miller, dass der russische Konzern angesichts der jüngsten Entscheidungen aus Deutschland eine gute Chancen für den Bau moderner Gaskraftwerke in Deutschland sieht. Das Memorandum erteilt RWE das Recht, innerhalb der nächsten 3 Monate exklusiv mit Gazprom über die Energieprojekte in den oben genannten Ländern zu verhandeln.



Sollte das Memorandum of Understanding umgesetzt werden, wird es nicht nur eine wettbewerbsfähige Gasversorgung für RWE garantieren, sondern gleichzeitig auch die Basis für Partnerschaften bei Kohle-und Gaskraftwerken in und außerhalb Deutschlands schaffen.



In den vergangenen Wochen führte Miller mit fast allen Chefs der großen europäischen Energiekonzerne Gespräche, darunter auch der E.ON- Chef Johannes Teyssen und Gerard Mestrallet von GDF Suez, RWE scheint das Rennen um die Gunst des weltweit größten Gasproduzenten zu gewinnen.



Der Grund für die Suche nach einem Partner ist, dass sich Gazprom nicht länger nur noch auf die Rolle des Gaslieferanten beschränken will. Das russische Unternehmen sucht Möglichkeiten, um weitere Schritte der Wertschöpfungskette zu besetzen, unter anderem durch eigene Kraftwerke in Westeuropa.



Gazprom hat gute Chancen seinen zukünftigen Partner in Deutschland zu finden, denn die beiden Energieversorger E.ON und RWE leiden unter den hohen Preisen, die in ihren Gaslieferverträgen mit Russland vereinbart sind. Die Russen verweigern bisher die Verträge zu ändern und könnten diese als Druckmittel nutzen.



Die Zusammenarbeit mit Gazprom könnte für RWE aus dem Grund attraktiv sein, da sich nach Angaben des deutschen Energieversorgers angesichts der aktuellen Gas- und Strompreise Kraftwerksneubauten nicht lohnen. Wenn Gazprom die Gemeinschaftskraftwerke zu Sonderkonditionen beliefern würde, ändert sich die Situation schlagartig.



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