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6. April 2010, 13:58 Uhr Alter: 2 Jahre

Polnisches Kernkraftwerk an der deutschen Grenze

Von: Deian I.

Während das Bundesland Bayern auf längere Laufzeiten für deutsche Atomkraftwerke drängt, prüft Polen zehn Standorte in 85 bis 200 Kilometer Entfernung von Berlin für den Bau von Kernkraftwerken an der deutschen Grenze.

 

Die polnische Regierung prüft den Bau eines Atomkraftwerkes nahe Berlin. Dafür hat das Wirtschaftsministerium zehn Standorte geprüft, die zwischen 85 und 200 Kilometer von Berlin entfernt liegen. In der Untersuchung der polnischen Regierung heißt es, dass alle zehn Standorte für den Bau geeignet seien. Die deutsche Hauptstadt findet das Vorhaben der polnischen Nachbarn eher negativ. Berlins SPD-Chef Michael Müller sagte, dass die Planungen ihn beunruhigen. Atomkraftwerke seien gefährlich und die sichere Entsorgung des Mülls ist weiter ungeklärt. Deshalb fordert Müller die Bundesregierung auf, tätig zu werden. Die Pläne werden immer Konkreter und Bundeskanzlerin Merkel muss mit den polnischen Nachbarn reden.

 

Bisher verfügt Polen über kein eigenes Atomkraftwerk. Deshalb plant das Nachbarland den Bau von vier Reaktorblöcken in zwei Anlagen. Das erste AKW soll in Danzig gebaut werden und das zweite wahrscheinlich in Krzymow, nur 200 Kilometer von Berlin entfernt. Die Reaktoren sollen eine Leistung von jeweils 3000 Megawatt erreichen und neun Milliarden Euro kosten. Dabei werden die Hälfte der Kosten von einem privaten Firmenkonsortium und vom Staat übernommen. Ab 2020 sollen die Kraftwerke in Betrieb gehen und 60 Jahre lang laufen. Damit strebt Polen eine Energiefreiheit von Russland an, 15 Prozent des Stroms soll aus Kernkraft bezogen werden. Bisher bezieht Polen seine Energie hauptsächlich aus Kohlekraftwerken.

 

In Deutschland verursacht das Thema Atomkraftwerke weiterhin schwere Konflikte. Das Verhältnis von Union und Grünen wird vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen immer stärker belastet. Der CDU-Politiker Friedrich betonte, dass man Atomkraftwerke solange laufen lassen kann, wie es sicher ist. Außerdem muss berechnet werden, ob Atomkraftwerke bis zu 60 Jahre und somit bis zum Jahre 2050 am Netz bleiben können. Laut Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) muss der Strombedarf in Deutschland auch in Zukunft aus eigener Erzeugung gedeckt werden.



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