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21. November 2011, 21:39 Uhr Alter: 182 Tage

Privatverbraucher zahlen mehr, Großkunden weniger?

Von: Deian I.

Wie die "Frankfurter Rundschau" recherchiert hat, hat die Bundesregierung ihre Stromsonderkunden sowie Industriekunden heimlich entlastet. Natürlich hat der Staat dabei keine Verluste gemacht, denn die Preise wurden an die Kleinkunden weitergegeben.



Laut dem Bericht der "Frankfurter Rundschau" vom Montag sollen Kunden, die besonders viel Strom verbrauchen, in Zukunft keine Gebühren für Stromnetze zahlen. Dazu gehören Großkunden aus dem Industrie-Sektor sowie Großverbraucher, die mehr als 10 Gigawattstunden pro Jahr verbrauchen. Ein Großteil der Kosten soll dem Bericht zufolge auf mittlere und größere Kunden fallen.



Für das kommende Jahr soll demnach die Belastung privater Haushalte höher liegen, als bisher angenommen, nämlich bei rund 3 Prozent. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden pro Jahr entstehen somit Mehrkosten in Höhe von 26 EUR. Wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet, haben Energieexperten der schwarz-gelben Koalition im Sommer dieses Jahres letzte Änderung an der Stromnetzentgeltverordnung vorgenommen, während das Energiepaket verabschiedet wurde. Die Änderung sieht vor, dass Großkunden, die mehr als 10 Gigawattstunden jährlich verbrauchen, von den Gebühren der Stromnetze befreit werden.



Neben den bisher angekündigten Strompreiserhöhungen von mehr als 100 Energieversorgern könnten die deutschen Stromverbraucher im kommenden Jahr mit einer weiteren Erhöhung um die 3 Prozent rechnen, denn die Netzentgelte werden sich um 0,75 Cent zuzüglich Mehrwertsteuer erhöhen. Dabei werden Großkunden laut einer Schätzung der Bundesnetzagentur mit rund 1,1 Milliarden EUR entlastet.



Der Energieexperte der Bundesverband Verbraucherzentralen, Holger Krawinkel, bezeichnet die Aktion der Bundesregierung als "einmalige Schweinerei. Seiner Ansicht nach sei es eine "Dreistigkeit ohne Beispiel", wenn die Bundesregierung die Industrie entlaste, die Kosten allerdings von Kleinverbrauchern getragen werden müssten. Nach Angaben der "Frankfurter Rundschau" sollen mehrere Hundert Großbetriebe und Industriekunden von reduzierten Strompreisen profitieren.



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