RWE-Finanzchef wegen Atomsteuer besorgt
Von: Deian I.Die geplante Einführung einer Brennelemente-Steuer bereitet dem RWE-Finanzchef Rolf Pohlig Kopfschmerzen und ernsthafte Sorgen. Er befürchtet, dass diese Steuer deutliche Auswirkungen auf Finanzen und Investitionen seines Unternehmens haben könnte.
Im Gespräch mit der "Börsen-Zeitung" (Samstagausgabe) sagte Pohlig, dass eine solche Steuer seinem Unternehmen erhebliche Mittel entziehen würde und damit negative Konsequenzen auf Ergebnis-, Finanz- und Investitionsplanung habe. Weiterhin erklärte der Finanzchef, dass RWE bei der Einführung der Brennelemente-Steuer von der Bundesregierung geplante Investitionen massiv reduzieren oder Vermögenswerte und Beteiligungen veräußern müsse, um die für die Märkte akzeptable Verschuldungsobergrenzen halten zu können. In seinem Investitionsprogramm von 2010 bis 2013 will RWE etwa 28 Milliarden Euro investieren. Allein dieses Programm treibt die Nettoverschuldung des Konzern bis Ende dieses Jahres um vier Milliarden Euro in die Höhe. Ende März hatte RWE Nettoschulden von 25,2 Milliarden Euro.
Nach Plänen der Koalition soll die geplante Brennelemente-Steuer ab 2012 jährlich 2,3 Milliarden Euro in die Regierungs-Kassen spülen. Davon müsste RWE nach Analystenschätzungen etwa ein Drittel bis ein Viertel der Summe tragen. Bei den Investoren des Konzern hebt das Sparpaket eine erhebliche Verunsicherung hervor. Außerdem haben die Betreiber deutscher Atomkraftwerke eine Fondslösung für die Förderung von erneuerbaren Energien vorgeschlagen.
Der RWE-Finanzschef warnte die EU-Kommission und die Bundesregierung davor, den Energiehandel in die Diskussion um eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte einzubeziehen. Laut seiner Aussage wäre es total fatal, wenn der Energiehandel auch in die Regulierungsdiskussion geraten würde. Der Energiehandel ist für alle Versorger notwendig, damit sich diese gegen die sehr hohe Volatilität bei den Strompreisen absichern können.
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