RWE macht sich auf trübe Zukunft gefasst
Von: Deian I.Obwohl der zweitgrößte deutsche Energiekonzern, RWE, im ersten Halbjahr dieses Jahres eine kräftige Gewinnsteigerung verzeichnen konnte, befürchtet der Konzern eine trübe Zukunft. Der Versorger teilte am Donnerstag in Essen mit, dass das betriebliche Ergebnis um 21,4 Prozent auf fast fünf Milliarden Euro stieg. RWE konnte sowohl von der Konjunkturerholung als auch von der Integration des im vergangenen Jahr gekauften niederländischen Energiekonzerns Essent profitieren.
Demnach gut fielen die Zahlen im ersten Halbjahr aus. Der Umsatz stieg um 12,3 Prozent auf 27,4 Milliarden Euro während das für die Dividendenberechnung wichtige um Sondereffekte bereinigte so genannte nachhaltige Nettoergebnis um fast 25 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro anstieg. Diese Ergebnisse übertreffen die Erwartungen der Analysten bei weitem. Dennoch musste der Konzern unter dem Strich einen Rückgang von acht Prozent auf zwei Milliarden Euro hinnehmen. Grund dafür ist unter anderem die höhere Zinsbelastung.
Die Prognosen konnten weitestgehend bestätigt werden. Die beiden Atommeiler in Biblis konnten wegen dem besseren Kraftwerksgeschäft länger als im Vorjahr am Netz bleiben. Dagegen schwächelte nach einem starken Ergebnis im Vorjahr die Handelssparte. Die gesunkenen Gaspreise machten RWE ebenfalls zu schaffen.
Trotz des starken ersten Halbjahrs hielt RWE an seiner vergleichsweise vorsichtigen Prognose für das laufende Jahr fest. Somit will der Versorger das betriebliche Ergebnis und das nachhaltige Nettoergebnis um lediglich fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern. Im Jahre 2009 konnte der Konzern trotz der schweren wirtschaftlichen Verhältnisse seinen Betriebsgewinn um 3,9 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro steigern, der bereinigte Überschuss stieg um 4,9 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro.
Der Konzern erklärte, dass sich die hohen Wachstumsraten von Januar bis Juni nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen ließen. Da Essent seit Herbst 2009 zu RWE gehört, wird sich der Konsolidierungseffekt in naher Zukunft abschwächen. Gleichzeitig lässt die Wachstumsdynamik in Osteuropa nach und der Konzern senkte seine Prognose für die Ökostrom-Sparte Innogy, weil in diesem Jahr bislang der Wind nicht so stark wie erwartet wehte.
Vorstandschef Jürgen Großmann sagte am Donnerstag, dass die von der Regierung geplante Brennelemente steuer die Ertragskraft des Konzerns erheblich schmälern würde und damit auch den finanziellen Spielraum für Investitionen in erneuerbare Energien, CO2-arme Kraftwerke und zukunftsfähige Netze.
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