RWE plant keine neuen fossilen Kraftwerke
Von: Deian I.Angesichts der Energiewende plant der Stromversorger nicht mehr in fossile Kraftwerke, sondern in Gas- und Kohlekraftwerke sowie in erneuerbare Energien zu investieren. Laut Experten sei der Bau fossiler Kraftwerke in Westeuropa für die Versorgungssicherung wichtig, RWE lehnt den Bau dieser ab.
Der Vorstandschef von RWE Technology, Matthias Hartung, äußerte sich am Dienstag und sagte, dass die Rahmenbedingungen nicht gegeben seien, um dies wirtschaftlich umzusetzen. Eigenen Angaben zufolge würde der Atomausstieg den Konzern mehrere Milliarden EUR kosten.
Laut Hartung müsste der erzielende Preis je Megawattstunde bei 80 EUR liegen, damit si Gaskraftwerke rentieren, derzeit liegt er nur bei 60. Der Anteil an erneuerbaren Energien wächst ständig, sodass sich konventionelle Kraftwerke in Zukunft nicht mehr lohnen werden, da sie nicht auf Hochturen arbeiten können. Staatliche Förderungen, wie die 15 Prozent für Gaskraftwerke, könnten eine Lösung darstellen. Jedoch ist derzeit nicht bekannt, was die EU zum Thema Beihilfen plant.
Derzeit verfügt RWE über ein Budget in Höhe von 12 Milliarden EUR für konventionelle Kraftwerke, die sich im Bau befinden oder kürzlich fertiggestellt wurden. Bis 2014 plant der Energieversorger 13.000 Megawatt neue Leitungen ans Netz zu schalten. Auch die Tochter RWE Innogy investiert kräftig, nämlich 4 Milliarden EUR in den Bau neuer Kraftwerksleitungen sowie weitere 1,3 Milliarden EUR bis 2013. Ein großer Teil dieser Summe geht in Offshore-Windparks.
Ende des Jahres plant RWE den Bau seines ersten deutschen Windparks in der Nordsee vor Helgoland. Nachdem dieser 295-Megawatt-Park vollendet ist, plant der Konzern einen 1.000-MW-Park vor Juist.
Bis Anfang August will RWE seine finanzielle Situation verbessern und dem Aufsichtsrat Vorschläge machen. Dazu gehören weitere Verkaufsoptionen sowie eine Kapitalerhöhung. RWE will in Zukunft verstärkt in die Richtung erneuerbare Energien gehen, aber dazu benötige das Unternehmen mehr Geld. RWE Innogy sieht in den alten Windkraftanlagen ein großes Potenzial bei ihrer Erneuerung, dem sogenannten Repowering. Rund die Hälfte der in Deutschland installierten Gesamtleistung von 26.000 Megawatt muss in absehbarer Zeit ausgetauscht werden. Dank technischer Upgrades kann anschließend die doppelte Leistung erzielt werden.
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