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8. June 2011, 20:21 Uhr Alter: 348 Tage

RWE protestiert gegen Gundremmingen-Abschaltung

Von: Deian I.

Die Bundesregierung plant das AKW Gundremmingen früher als zuvor festgelegt abzuschalten. Dies gefällt dem Energiekonzern RWE gar nicht und fordert die Abschaltung des Meilers erst im Jahr 2021. Dies forderte laut der Nachrichtenagentur dpa der RWE-Chef Jürgen Großmann von der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem Brief.



Durch das vom Kabinett am Montag beschlossene Aus für 8 AKW sowie die Meiler Biblis A und B verliert RWE den Kampf. Laut dem RWE-Chef geht die Regierung davon aus, dass alle zugestandenen Reststrommengen bis zu den jeweiligen Abschaltdaten verbraucht werden könnten. Dies ist aber nur möglich, wenn die AKWs zu 91 Prozent ausgelastet werden. Laut Großmann ist realistisch gesehen lediglich ein Ausnutzungsgrad von 85 Prozent möglich.



Selbst wenn die Reststrommengen optimal verteilt werden, können die 60 Terawattstunden nicht verbraucht werden. Laut der aktuellen Regelung dürfte der RWE-Konzern rund 50 TWh nicht in eigenen Anlagen verstromen, da das Kernkraftwerk Gundremmingen B im Jahr 2017 abgeschaltet werden soll, obwohl es genauso viele Reststrommengen hat, wie Grundremmingen C, das erst 2021 vom Netz soll.



Weiterhin sagt Großmann, dass die Hälfte der Menge des RWE-Kraftwerks in Mülheim-Kärlich, welches 1988 nach kurzer Laufzeit wegen einer fehlerhaften Genehmigung wieder vom Netz gegangen war, könnte wahrscheinlich nicht aufgebraucht werden. Deshalb bittet er die Bundeskanzlerin in seinem Brief, einzelne Akteure nicht zu benachteiligen. Er fordert somit, dass Gundremmingen B und C gemeinsam erst 2021 vom Netz gehen sollen.



RWE gehört zu den größten Investoren in Deutschland im Bereich der erneuerbaren Energien, der Cash flow, um dieses Geschäft zu finanzieren, wird weiterhin von Kohle und Kernkraft erzeugt. Wenn die Bundesregierung demnach Kernkraftwerke früher abschaltet, wird es schwer die Energiewende zu finanzieren.



Auch der Konkurrent Vattenfall wehrt sich gegen den in mehreren Stufen geplanten Atomausstieg bis 2022. Gegenüber der dpa sagte Vattenfall-Chef Løseth, dass Kernkraftwerk Krümmel sollte im Bezug auf die Reststrommengen nicht schlechter als neuere Kernkraftwerke behandelt werden. Die Abschaltung der AKW Brunsbüttel und Krümmel führen zu Millioneneinbußen, da die Reststrommengen schwer zu verkaufen sein werden.



Für das Wiederanfahren der seit 2007 stillstehenden Kernkraftwerke hat Vattenfall fast 700 Millionen EUR investiert. Diese wurden natürlich in dem Glauben getätigt, dass die Kraftwerke auch wieder angefahren werden können. Nun ist die Lage allerdings sehr dramatisch.

 

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