RWE prüft Gazprom- Angebot
Von: Deian I.Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern, RWE, hat bestätigt, dass der Einstieg ins Pipelineprojekt South Stream überprüft wird. Am Montag wurde bekannt, dass Gazprom dem Essener Konzern angeboten hatte, sich an dem Bau der Gasleitung durch das Schwarze Meer zu beteiligen.
Laut einer offiziellen Mitteilung wird RWE dies, wie jedes andere Angebot auch, prüfen. RWE betonte, dass das Projekt Nabucco, das in direkter Konkurrenz zum Projekt South Stream steht und Gas unter Umgehung von Russland aus dem kaspischen Raum über die Türkei in den Westen Europas bringen soll, weiterhin oberste Priorität hat.
Aus Sicht von RWE ist Nabucco die einzig wegweisende und wirtschaftliche Initiative für mehr Konkurrenz an Gasquellen und Gastransportrouten sowie Wettbewerb in Europa, sagte der RWE-Manager Stefan Judisch in der Mitteilung. Seiner Meinung nach ist kein anderes Projekt im südlichen Korridor so fortgeschritten und gut aufgestellt wie Nabucco.
Auch die Europäische Union unterstützt das Projekt massiv, damit der europäische Raum unabhängiger von Russland wird. Dies gibt dem russischen Staatskonzern Gazprom zu denken, der bisher ein Pipeline-Monopol besaß. Deshalb kämpft der Konzern gegen das Projekt an und versucht viele Beteiligte auf seine Seite zu ziehen. Das österreichische Energieunternehmen OMV konnte Gazprom bereits überzeugen. Offiziell unterstützten die Österreicher beide Leitungen. Laut Experten ist es jedoch kaum möglich beide Pipelines gleichzeitig zu betreiben.
Das größte Problem bei Nabucco sind die bisher fehlenden Zusagen der Lieferländer rund um das kaspische Meer. Länder wie Turkmenistan und Aserbaidschan haben immer noch Respekt vor Russland und deshalb verlaufen die Verhandlungen sehr schleppend. Laut Experten werden diese Länder von Russland massiv unter Druck gesetzt. RWE will bis zum Jahresende Klarheit in die Angelegenheit bringen und fordert, dass mindestens zwei Länder zusagen müssen, Nabucco mit Gas zu beliefern. Die kurdische Regionalregierung im Norden Iraks signalisierte zuletzt, dass sie auf Nabucco setzten. Der Dax-Konzern erwartet noch in diesem Monat eine Einladung zu konkreten Verhandlungen in Aserbaidschan.
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