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23. April 2010, 08:27 Uhr Alter: 2 Jahre

Siemens testet Wüstenstrom in Spanien

Von: Deian I.

In Nordafrika soll das größte Öko-Energieprojekt der Geschichte entstehen: Europäische Konzerne wollen für 400 Milliarden Euro Strom aus Sonnenkraft produzieren. In Spanien hat Siemens ein so genanntes solarthermisches Kraftwerk errichtet, um einen Probelauf durchzuführen, der den Konzern zur Nummer eins machen soll.

 

Auch wenn Spanien in der tiefsten Wirtschaftskrise der letzten Jahrzehnte steckt, fehlt den Spaniern niemals die Sonne. Auch der deutsch Konzern Siemens hat das Geschäft mit der Sonne auf der Iberischen Halbinsel entdeckt und baut dort sein erstes solarthermisches Kraftwerk in Lebrija, einem kleinen Dorf knapp 80 Kilometer südlich von Sevilla. Bis vor einiger Zeit wurde hier noch Baumwolle angesiedelt, nun installieren die ehemaligen Erntearbeiter lange Reihen von parabelförmigen Spiegeln. Laut Projektleiter Moshe Shtamper gehen die 6048 Paroabolen immer mit der Sonne, um möglichst viel Licht einzufangen. Der Projektleiter stammt von der israelischen Firma Solel Solar Systems (SSS), die die Spiegel liefert. Der israelische Konzern wurde vor einem halben Jahr von Siemens übernommen. Bereits im Januar 2011 soll das Kraftwerk ans Netz gehen und 50.000 spanische Haushalte versorgen. Dafür investierte der Münchener Konzern 300 Millionen Euro.

 

Bis zum Desertec Projekt in Afrika will Siemens noch 500 weitere Solarprojekte rund um den Globus starten. Derzeit werden bereits Lebrija II und Lebrija III geplant. Laut Réné Umlauft, Chef der Sparte Erneuerbare Energien bei Siemens wird die Nachfrage nach Sonnenstrom in den nächsten Jahren stark wachsen. Siemens hat in den letzten zehn Jahren den Umsatz bei der Windenergie verzehnfacht und ist mittlerweile Marktführer im Offshore-Bereich. Diesen Erfolg will der Konzern im Bereich Sonnenenergie wiederholen.



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