Solarenergie-Boom 2009 dank Förderung
Von: Deian I.Auf Grund von milliardenschwerer Förderungen ist die Solarenergie in Deutschland im vergangenen Jahr so stark wie noch nie gewachsen. Die Bundesnetzagentur teilte am Freitag in Bonn mit, dass die Leistung von 3,8 auf 9,8 Gigawatt stieg. Grund für den Anstieg ist der Fall der Modulpreise sowie die weitere Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).
Der Betrieb von Solaranlagen ist somit sehr lukrativ. Das nicht gerade sonnenverwöhnte Deutschland war das Solarland Nummer eins. Berechnungen des Marktforschungsinstituts Photon Consulting zufolge kam der Rest der Welt nicht einmal auf die Hälfte der deutschen Zubauzahlen. Die milliardenteure Förderung wird von den Stromkunden über die so genannte EGG-Umlage gezahlt. Laut Angaben der Netzagentur waren das 2008 allein für Photovoltaik-Anlagen 2,2 Milliarden Euro und somit ein Viertel der gezahlten Förderung für alle erneuerbaren Energien. Dennoch machte der Solarstrom nur 6 Prozent vom eingespeisten Ökostrom aus. Auch wenn der Anteil an der Vergütung für Sonnenstrom recht hoch sei, ist der Anteil an der Stromproduktion eher gering. Im Jahr 2008 wurden erneuerbare Energien insgesamt mit 9 Milliarden Euro gefördert. 39 Prozent und somit der größte Teil ging an die Windanlagenbetreiber, 30 Prozent gingen an Biomasse. Im Vergleich zur Solarenergie produzierten diese Quellen allerdings weitaus mehr Strom. Aus Windenergie wurde 57 Prozent der Öko-Energie und 30 Prozent aus Biomasse gewonnen.
Die Stromkunden mussten dieses Jahr über die EGG-Umlage 2,047 Cent pro Kilowattstunde für die Förderung erneuerbarer Energien zahlen. Die Kosten steigen natürlich mit dem Zuwachs von neuen Anlagen. 2011 könnte sich die Umlage nach Berechnungen des Stromkonzerns Vattenfall verdoppeln. Laut dem Chef der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, sollte man jedoch noch keine Prognosen machen, da man zahlreiche Einflussfaktoren berücksichtigen muss. Dazu zählen die Windmenge sowie der aktuelle Preis für Strom an der Börse. Die Bundesregierung will wegen der steigenden Kosten die Vergütung für Sonnenstrom senken. Damit will Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) eine Überförderung verhindern. Die Branche befürchtet jedoch einen großen Verlust der subventionierten Arbeitsplätze. Viele deutsche Unternehmen verloren im vergangen Jahr vor der Verringerung der Förderung Marktanteile an die ausländische Konkurrenz. Der Solarzellen-Marktführer, Q-Cells, musste seine Spitzenstellung abgeben und rutsche zudem in die roten Zahlen. Berechnungen des Fachmagazins "Photon" zufolge kamen 2009 bereits 38 Prozent aller Solarzellen aus China und nur noch 15 Prozent aus Deutschland.
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