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28. March 2010, 13:29 Uhr Alter: 2 Jahre

Strom aus dem Blumentopf

Von: Deian I.

Forscher haben einen gewöhnlichen Kaktus, der sich mit seinen Wurzeln an den sandigen Grund eines Blumentopfs geklammert hat, angezapft. Die Fotosynthese lieferte 9 Millivolt. Der gewöhnliche Kaktus steht im außergewöhnlichem Labor des "Centre National de la Recherche Scientifique". Das nationale wissenschaftliche Forschungszentrum in Paris verfügt über den kleinen Kaktus, der wissenschaftliches Interesse geweckt hat. Dank zwei implantierter, mit Enzymen präparierter Elektroden, ist der Kaktus ein kleines, Strom lieferndes Kraftwerk.

 

Die französischen Wissenschaftler haben dazu den Kaktus an seinem Grün angezapft. Das Grün einer Pflanze ist zu einem chemischen Kraftakt fähig, der Fotosynthese. Pflanzen verwandeln bei der Fotosynthese Sonnenlicht in chemische Energie. Die chemische Reaktion verwandelt Kohlendioxid (CO2) und Wasser (H2O) in Glucose und Sauerstoff. Den französischen Wissenschaftler ist es nun gelungen, aus der Glucose und dem Sauerstoff Strom zu gewinnen. Als Konstruktion dienen zwei Elektroden, die mit zwei unterschiedlichen Enzymen präpariert wurden. Als Leiter zwischen Pflanze und Stromleiter wird eine gelartige Substanz genutzt. Bei dem Prozess oxidieren die Glucosemoleküle und Sauerstoff wird zu Wasser reduziert. Dabei werden auf der einen Seite Elektronen freigesetzt, während sie auf der anderen Seite gebunden werden. Somit wandelt sich die chemische in elektrische Energie und es entsteht eine Spannung, die sich zwischen Anode und Kathode entlädt- es fließt also Strom.

 

Je stärker das Licht der Sonne oder einer Lampe strahlt, desto mehr Strom liefert das angezapfte Kaktusblatt. Der Kaktus kann bis zu neun Mikrowatt, also neun Millionstel eines Watts an elektrischer Leistung pro Quadratzentimeter erzeugen. Eine herkömmliche Energiesparlampe benötigt circa sieben Watt um zu leuchten. Auch wenn der grüne Strom, der aus den Blättern eines Kaktus gewonnen wird, eine wahre Revolution ist, wird die Methode im Alltag fürs erste nicht brauchbar sein. Dennoch ist es der erste ökologisch hundertprozentig reine Strom, denn Energiezellen müssen auch erst hergestellt werden, was wiederum Energie kostet.

 

Dennoch könnte die Entdeckung der französischen Forscher eine Revolution in der Medizintechnik auslösen. Wie auch der Kaktus enthält der menschliche Körper Glucose und Sauerstoff und steht somit immer indirekt unter Strom. Eine unter der Haut gepflanzte Biotreibstoff-Zelle könnte Strom für Herzschrittmacher liefern.



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