Stromnetze kurz vor Überlastung
Von: Deian I.Die deutschen Stromnetze sind am Rande ihrer Belastbarkeit angekommen. Grund dafür ist laut der Bundesnetzagentur die Verspätung von 12 der 24 wichtigsten Ausbauprojekte.
Durch die Verzögerung beim Ausbau der deutschen Stromnetze geraten diese an die Grenze ihrer Belastung. Dies verkündet die Deutsche Presse-Agentur, der der aktuelle Monitoringbericht 2011 der Bundesnetzagentur vorliegt. Wie die Studie zeigt, sind von den insgesamt 24 dringenden Ausbauprojekten im Bereich Stromnetze 12 deutlich verzögert. Laut dem Monitoringbericht wurden von den 1.807 benötigten Kilometern erst 214 fertiggestellt. Energieexperten warnen bereits seit Monaten vor Blackout-Gefahren.
Im Bericht heißt es, dass der Ausbau bereits vier Jahre im Verzug ist. Weiterhin wird betont, dass die Versorgungssicherheit mit Elektrizität in Zukunft nur durch "massive Investitionen auf allen Netzebenen gewährleistet werden kann". Dabei bezieht sich die Bonner Behörde auf Stromleitungen, die 2008 als besonders vordringlich eingestuft wurden. Nach Angaben der Bundesnetzagentur ist der Ausbau der Stromnetze dringend notwendig, da die alten Stromlinien durch den Ausbau der erneuerbaren Energien immer öfter an den Rand ihrer Belastbarkeit gerieten.
Obwohl der Atomausstieg eine beschlossene Sache ist, befindet sich Deutschland beim Ausbau der Stromnetze immer noch im Zeitalter der Atomkraftwerke. Die alten Großkraftwerke stehen in der Regel in der Nähe von Ballungszentren und liefern den Strom somit nur über wenige Kilometer in die Gebiete, wo die Elektrizität benötigt wird. Der Strom aus erneuerbaren Energien dagegen entsteht oftmals vor der Küste oder auf grünen Wiesen und muss zunächst Hunderte Kilometer transportiert werden. Um den im Norden produzierten Strom in den Süden Deutschlands zu befördern, fehlen nach wie vor die notwendigen Stromautobahnen.
Wie die Deutsche Energie-Agentur geschätzt hat, benötigt Deutschland neue Stromautobahnen mit bis zu 4.450 Kilometer Länge bis zum Jahr 2020. Energieexperten betonen, dass Deutschland auch mit weniger neuen Leitungen auskommen würde, wenn mehr Windräder im Süden aufgebaut werden. Ein weiterer massiver Bedarf entsteht bei neuen Verteilnetzen. Diese Leitungen müssen den Ökostrom verteilen. Um diese unteren Spannungsebenen zu entlasten, soll überschüssiger Ökostrom gespeichert werden. Hier fehlen derzeit allerdings die notwendigen Technologien.
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