Stromproduktion im Keller
Von: Deian I.Die meisten Verbraucher in Deutschland bestehen Ihren Strom und Wärme von großen Kraftwerken. Laut Experten würden Strom- und Wärmepreise langfristig günstiger werden, wenn diese mit einer dezentralen Energieversorgung durch die Kommunen produziert werden würde. Noch effizienter seien so genannte Blockheizkraftwerke (BHKW). Diese stellen Energie im privaten Keller oder eigenen Betrieben her. Somit entfallen die Kosten für den Energietransport.
Laut Sarah Ullrich vom Bundesverband Kraftwärmekopplung ist die Technik einfach aufgebaut. Strom entsteht durch einen Generator, der von einem Verbrennungsmotor angetrieben wird. Als Nebenprodukt entsteht automatisch Wärme durch den Verbrennungsprozess und die entstehenden Abgase. Beides wird zur Erwärmung des Hauses und Wassers verwendet. Diese Anlage wird Kraft-Wärmekopplung (KWK) genannt und erhöht den Effizienzgrad einer Anlage. Laut Ulrich wurden seit 2002 30.000 Anlagen installiert, die meisten davon in Mehrfamilienhäusern oder Betrieben. Laut Wolfgang Suttor vom Bund der Energieverbraucher lohnen sich dort die Anlagen am meisten. Anlagen mit fünf Kilowatt elektrischer Leistung seien ideal, so der Experte. Bisher gibt es nur optimale Anlagen für Mehrfamilienhäusern, Gewerbe und Industrie, Hotels und Schulen. Die optimale Größe für Ein- und Zweifamilienhäuser wurde noch nicht gefunden. Ein Nachteil der Anlage ist die Amortisationszeit, die mit 15 bis 20 Jahren vergleichsweise lang ist, auch wenn man Heizkosten spart. Deshalb zögern viele Verbraucher mit einem kleinen Privathaushalt. Deshalb rät der Bund der Energieverbraucher Verbrauchsgemeinschaften zu bilden, da der Betrieb sich besonders dann lohnt, wenn immer irgendwo im Haus Wasser oder Strom gebraucht wird. 2007 schlossen sich zum Beispiel in Friedberg (Hessen) sechs Familien zusammen und beziehen seit dem Strom und Wärme aus einem Blockheizkraftwerk in der Nähe. Ein Dienstleister hat die Anlage finanziert und mit den Familien Verträge abgeschlossen. Die Ersparnis beläuft sich 2009 pro Familie auf 470 Euro für Heizung und Strom. Auch der Ausstoß von Kohlendioxid hat sich drastisch reduziert.
Um ein solches Kraftwerk rentabel zu betreiben ist ein großer Wasserspeicher notwendig. Laut Reiner Zieprig von der Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch (ASUE) ist besonders im Ein- und Zweifamilienhaus ein Pufferspeicher von 500 Liter und mehr notwendig. Das Wasser speichert die Energie, wenn keine Wärme gebraucht wird. Somit wird die Anlage trotzdem beansprucht ohne das Heizenergie ungenutzt verpufft. Der dabei erzeugte Strom sollte selbst genutzt werden oder ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Leider beträgt die Vergütung der Stromversorger nur rund zehn Cent pro Kilowattstunde (Kwh) während Energie aus einer Solarstromanlage mit jeweils rund 39 Cent je Kwh belohnt wird.
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