Stromsteuer für deutsche Seehäfen muss sinken
Von: Deian I.Deutsche Betriebe müssen viel mehr zahlen, als die Kollegen aus dem Nachbarland Niederlande. Deshalb kämpft nun die norddeutsche Wirtschaft für eine Senkung der Stromsteuer für deutsche Seehäfen.
Die deutschen Seehäfen haben wegen der hohen Stromkosten große Nachteile gegenüber der Konkurrenz in Antwerpen oder Rotterdam. Deshalb schrieb die IHK Nord Werner Gatzer, der zuständige Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und fordert die Änderung des Stromsteuergesetzes, damit die Steuersätze für die Hafenbetriebe international wettbewerbsfähig werden. Das Gesetz sieht bereits Steuervergünstigungen für energieintensive Betriebe vor, jedoch nicht für Unternehmen des produzierenden Gewerbes sowie der Land- und Forstwirtschaft. Die Unterschiede zu den Niederlanden und Belgien sind enorm. Ein Umschlagterminal in Hamburg zahlt 20,50 Euro Stromsteuer pro Megawattstunde. In Rotterdam oder Antwerpen zahlen Unternehmen ab einem Verbrauch von 50 Megawattstunden lediglich 10,80 Euro. Für einen Verbrauch über zehn Gigawattstunden verlangt der niederländische Staat lediglich den von der EU vorgegebenen Mindeststeuersatz von 50 Cent je Megawattstunde. Kleine Umschlagbetriebe verbrauchen etwa zehn bis 20 Gigawattstunden Strom pro Jahr, große Containerterminals hingegen bis zu 100 Gigawattstunden.
Auch wenn die Seehäfen in Zukunft weniger Zahlen müssen, liegt der Stromsteuersatz mit 12,30 Euro immer noch weit über den niederländischen Steuersatz. Dennoch werden somit große Betriebe jährlich mehr als 800.000 Euro Stromsteuerkosten einsparen, kleine Betriebe etwa 80.000 Euro.
Ähnliche Nachrichten: