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26. February 2010, 10:16 Uhr Alter: 2 Jahre

Subventionen für Ökostrom sorgen für Streit

Von: Deian I.

Dieses Jahr haben 300 Stromversorger ihre Preise erhöht. Als Grund geben die Versorger die gesetzliche Förderung für die Solarenergie an. Die Bundesregierung hingegen spricht von Überförderung bei Solarstrom.

 

Immer mehr Verbraucher erwarten in den nächsten Tagen Post von ihrem Stromanbieter. Die Angst vor Post ist auch begründet, die meisten Versorger informieren sich bereits über höhere Stromtarife. Anfang des Jahres haben rund 300 Stromanbieter ihre Tarife durchschnittlich um sechs Prozent erhöht. Laut Thorsten Storck vom unabhängigen Vergleichsportal Verivox bedeutet dies für einen Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden eine Mehrbelastung von 54 Euro pro Jahr. Auf der anderen Seite senken fast 80 Anbieter von Januar bis April 2010 ihre Preise. Durchschnittlich geschieht dies um vier Prozent. Preissenkungen müssen natürlich nicht gegenüber Verbrauchern gerechtfertigt werden. Bei Erhöhungen muss jedoch die EEG-Umlage (gesetzliche Unterstützung für Betreiber und Anlagen) herhalten.

 

Die Bundesregierung hält an einer Überförderung bei Solarstrom fest. Auf Grund der Kapazitätsausweitung der Solarindustrie sind die Anlagenpreise stark gefallen. Björn Klusmann, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie sieht dies jedoch nicht unbedingt als Grund an Strompreise zu erhöhen. Laut Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher erhalten Stromerzeuger und -versorger mehr Geld als noch in 2006. So erhalten Stromerzeuger 2009 von jedem Haushalt für die Herstellung der selben Strommenge 94 Euro mehr pro Jahr als noch in 2006. Dazu müssen 50 Euro hinzugerechnet werden, die Stromversorger den Haushalten abverlangten. Für die Stromwirtschaft bedeutet dies ein jährliches Plus von fast vier Mrd. Euro.

 

Stromtarifexperte Storck hält es für das Beste den Stromabieter zu wechseln, um diese davon abzuhalten ständig die Preise zu erhöhen. Leider ist die Wechselquote bei Stromkunden sehr gering. Seit Beginn der Liberalisierung des deutschen Strommarktes im Jahr 1998 wechselte laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft nur jeder Fünfte deutsche Haushalt den Stromanbieter. Laut dem Verbraucherportal Verivox machen im Februar 2010 Steuern und Abgaben ein Drittel des Strompreises beim Grundtarif aus. Holger Krawinkel, Energieexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband erklärt, dass die geforderte Transparenz nicht gewährleistet werden kann, da Stromversorger mehrere Monate im Voraus kaufen, was sie Später an die Kunden weitergeben. Im Sommer 2008 zum Beispiel waren die Strompreise an der Börse sehr hoch, wenn die Versorger damals eingekauft haben geben sie diesen jetzt an die Kunden weiter. Der Energieexperte rechnet ab Sommer wieder mit niedrigeren Preisen.



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