TelDaFax hat einen neuen Vorstandschef
Von: Deian I.Die TelDaFax Führung hat einen Wechsel Vorgenommen, der Sanierungsexperte Hans-Gerd Höptner hat nach nur wenigen Wochen den Vorstandsvorsitz beim schwer angeschlagenen Stromversorger abgegeben. Das Sanierungsgutachten wurde früher als erwartet erstellt, teilte das Energieunternehmen am Mittwoch in Troisdorf mit.
Anfang März nahm der 69-jährige Sanierungsexperte das angeschlagene Energieunternehmen unter seine Führung, geplant waren 3 bis 6 Monate. Das Ziel Höptners war es das Unternehmen aus der Schieflage zu bringen und damit die Insolvenz abzuwenden. Neusten Angaben zufolge können TelDaFax sehr bald prüffähige Abschlüsse vorweisen.
Die rund 690.000 Strom- und Gaskunden können allerdings bis zur Veröffentlichung der Ergebnisse noch nicht aufatmen. Denn fast täglich kündigen regionale Versorger und Stadtwerke die Lieferverträge mit dem Unternehmen wegen nicht bezahlter Rechnungen. Zuletzt waren davon sogar die Versorgungsgebiete von Vattenfall in Hamburg und Berlin betroffen, wo TelDaFax 45.000 Kunden verlor.
Insgesamt verlor der Billigstromanbieter eigenen Angaben zufolge rund 100.000 Kunden in nur wenigen Monaten. Einer Sprecherin zufolge sei aber nun die Basis zur Fortführung des Unternehmens gelegt. Demnach soll TelDaFax saniert und nicht in die Insolvenz geführt werden.
Der neue Vorstandsvorsitzende ist Gernot Koch, der bei TelDaFax seit Jahren in mehreren Positionen beschäftigt ist. Zum Amtsantritt erklärte der neue Manager, dass die erste Hürde für den Neuanfang genommen sei, jetzt müsse das Unternehmen nur noch die Wende schaffen. Die Probleme mit den Netzbetreibern, die von der vorigen Führung verursacht wurden, seien aber schwierig zu lösen.
TelDaFax versuchte sich als preisaggressiver Discounter auf dem Energiemarkt durchzusetzen. Durch die billigen Tarife, die unterhalb der Profitabilitätsgrenze angeboten wurde, gewann das Unternehmen schnell Neukunden. Dementsprechend schnell häuften sich die Verluste, Rechnungen wurden nach mehreren Mahnungen nicht bezahlt und es folgten die ersten Netzsperren.
Investoren versuchten mit Kapitalspritzen dem Unternehmen zu helfen, nachdem die Eigentümer und Vorstände mehrmals wechselten. Nun hängt es von dem neuen Manager ab, das Unternehmen mit 600 Beschäftigten, das im vergangenen Jahr einen Umsatz von einer halben Milliarden EUR erzielte, aus der Krise zu holen.
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