TelDaFax: Rückzug aus Vattenfall-Netzgebiet
Von: Deian I.Der angeschlagene Billigstromanbieter TelDaFax macht wieder regelmäßig Schlagzeilen, allerdings sind diese nicht mehr so skandalös wie vor wenigen Monaten. Nun gab das Unternehmen seinen Rückzug aus dem Versorgungsgebiet des Vattenfall-Konzerns bekannt.
Erst gestern wurde von 45.000 Kunden im Raum Berlin und Hamburg berichtet, die in die Grundversorgung von Vattenfall gefallen sind. Diesen Kunden bietet TelDaFax nun eine sofortige Kündigung der Verträge an und empfiehlt gleichzeitig einen Wechsel zu einem anderen Lieferanten. Dies teilte das Unternehmen am Mittwoch in Troisdorf mit.
Unternehmensangaben zufolge hat sich TelDaFax bewusst für die Kündigung der Lieferantenrahmenvertrag mit Vattenfall entschieden. Vorstandschef Hans-Gerd Höptner erklärte, das Unternehmen musste wegen der schweren Gesamtsituation unpopuläre Entscheidungen treffen. Derzeit versorgt TelDaFax einige Gebiete unterhalb der Profitabilitätsgrenze und dies müsse sich ändern.
In den vergangenen Monaten zog TelDaFax Neukunden mit Hilfe preisaggressiver Tarife ans Land. Genau diese Strategie wurde dem Unternehmen allerdings zum Verhängnis. Nun kämpft TelDaFax mit offenen Rechnungen und Liquiditätsproblemen. Dementsprechend schnell kündigten immer mehr Stromlieferanten die Lieferverträge mit TelDaFax, woraufhin der Versorger 10 Prozent seiner Kunden verlor. Sanierungsexperte Höptner übernahm vor wenigen Wochen die Führung bei TelDaFax, nachdem das Unternehmen den Eigentümer wechselte und Kapitalspritzen erhielt.
Höptner verspricht den betroffenen Kunden in Berlin und Hamburg eine zügige Erstellung einer Schlussrechnung sowie die Auszahlung fälliger Guthaben. Eigenen Angaben zufolge hatte TelDaFax vor wenigen Monaten insgesamt 780.000 Strom- und Gaskunden, nun verliert das Unternehmen auf einen Schlag 45.000 davon.
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