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27. June 2011, 18:46 Uhr Alter: 329 Tage

TelDaFax steht unter Verdact der Insolvenzverschleppung

Von: Deian I.

Die Lage des angeschlagenen Energiediscounters TelDaFax wird immer schlimmer. Nun schaltet sich die Staatsanwaltschaft mit einer Razzia gegen das Unternehmen ein. Am Montag wurden dazu die Geschäftsräume von TelDaFax in Troisdorf und anderen Standorten bundesweit durchsucht.



Wegen Verdachts der Insolvenzverschleppung und des gewerbsmäßigen Betruges wird nun gegen mehrere Verantwortliche der TelDaFax Holding GmbH sowie der Tochtergesellschaften ermittelt. Auf Anordnung des Amtsgerichts Bonn wurden auch Privaträume der Beschuldigten durchsucht. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Bonn am Montag mit.



Der Energiediscounter TelDaFax hat bei dem Amtsgericht Bonn am 14. Juni einen Insolvenzantrag eingereicht. Kurze Zeit später wurden die Lieferungen seiner Kunden mit Strom und Gas gestoppt, obwohl dies einem Sprecher zufolge, oberste Priorität habe.



TelDaFax soll aufgrund von Verträgen mit Preisbindungen hohe Verluste erwirtschaftet haben. Demnach geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass die TelDaFax-Kunden mit den 2008 einsetztenden Strompreiserhöhungen nicht mehr profitabel versorgt werden konnten. Auch in den folgenden Jahren konnten die Verluste nicht ausgeglichen werden, wodurch ein hoher Liquiditätsbedarf entstanden ist, der nicht mehr zu decken gewesen sei. Aus diesem Grund besteht der Verdacht, dass die Insolvenz bereits lange vor dem 14. Juni 2011 eingetreten sei.



Nach Angaben der Staatsanwaltschaft besteht zusätzlich der Verdacht, dass zahlreiche Verträge abgeschlossen wurden, um die damit verbunden Vorauszahlung der Kunden einzukassieren.



TelDaFax hat sich einen Namen als Billiganbieter von Strom und Gas gemacht und Kunden mit attraktiven Preise geworben. Das System des Versorgers sah es vor, dass die Kunden günstige Energie erhalten, dafür aber im Voraus zahlen müssen. TelDaFax hat die Energie aber scheinbar unterhalb der Profitabilitätsgrenze an seine Kunden verkauft, sodass es die Rechnungen an seine Netzbetreiber nicht mehr zahlen konnte und diese dem Energieversorger den Zugang zu ihren Netzen sperrte.



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