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20. October 2011, 00:39 Uhr Alter: 216 Tage

Vattenfall: Energiekonzern fordert Speichergesetz für CO2

Von: Deian I.

Der Bundesrat hat vor Kurzem die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid abgelehnt. Die Vattenfall Europe GmbH zieht nun Konsequenzen. Eigenen Angaben zufolge will der schwedische Energiekonzern ohne ein CO2-Speichergesetz keine Kohlekraftwerke mehr in Deutschland bauen. Dies wurde vom Vattenfall-Chef Toumo Hattak in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch an.



Laut Vattenfall sei das CCS-Verfahren, also die Abtrennung und Speicherung von klimaschädlichem CO2, sehr wichtig für das Unternehmen. Der Chef des viertgrößten Energiekonzerns in Deutschland machte seine Absichten sehr klar: Ohne CCS werde Vattenfall keine neuen Kohlekraftwerke bauen. Gleichzeitig bestätigte Hatakka, dass Vattenfall das Kraftwerk in Hamburg-Moorburg fertigstellen wird.



Die Bundesregierung reagierte auf das Interview und rief einen Vermittlungsausschuss von Bund und Ländern auf, damit das Gesetz noch gerettet werden kann. Sollte das Gesetz nicht durchgesetzt werden, steht der Bau des Brandenburger Demonstrationskraftwerks mit CO2-Abscheidung auf der Kippe. Für das Demoprojekt in Jänschwalde stehen derzeit Investitionen in Höhe von 1,5 bis 1,6 Milliarden EUR infrage. Dieses wird nur realisiert, wenn stabile Rahmenbedingungen gewährt werden, so der Vattenfall-Chef.



Nach Angaben von Hattaka macht der frühe Atomausstieg dem Konzern zu schaffen. Vattenfall respektiere die Entscheidung der Bundesregierung, jedoch erwarte der Energieversorger im Gegenzug eine Kompensation. Vattenfall prüft derzeit alle juristischen Möglichkeiten und wäre im Notfall auch zu einer Klage bereit. Des Weiteren wird geprüft, ob die bisher geplanten Einsparungen und Stellenstreichungen ausreichen. Diese Analyse wird bis zum Jahresende abgeschlossen werden, generell müssen sich die Verbraucher aber darauf einstellen, dass sie tiefer in die Tasche greifen werden. Laut Vattenfall erwartet das Unternehmen eine Strompreiserhöhung von 30 Prozent bis 2020.

 

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