Vattenfall-Kraftwerke trotz Hitze sicher
Von: Deian I.Die Kraftwerke des Energieversorgers Vattenfall sind trotz anhaltender Hitze sicher und das Unternehmen befürchtet keine Engpässe bei der Stromversorgung. Angesichts der steigenden Wassertemperaturen fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) die Drosselung von Kraftwerken am Rhein.
Unabhängig von den Wasserständen und Temperaturen sollten das Braunkohlekraftwerk Boxberg in der Oberlausitz als auch das Werk Lippersdorf bei Leipzig ihre Kühlsysteme aufrecht erhalten. Dies sagte der Vattenfall-Sprecher Axel Happe am Dienstag auf ddp-Anfrage in Cottbus. In beiden Kraftwerke wird nicht mit Wasser aus den Flüssen sondern mit Hilfe von Kühltürmen gekühlt. Happe sagte weiterhin, dass die dafür benötigte Flüssigkeit zum Kühlen aus dem Grundwasser stamme.
Am Dienstag musste das Atomkraftwerk Brokdorf in Schleswig-Holstein seine Leistung für kurze Zeit drosseln, weil die Wassertemperatur der Elbe die kritische Marke von 23 Grad Celsius um einen Grad überschritten hatte. Deshalb forderte der BUND die Drosselung der Kraftwerke am Rhein. In den nächsten Tagen könnte die Wassertemperatur auf über 28 Grad Celsius steigen. Grundsätzlich resultieren zwei Grad der Rheintemperatur aus Abwärme der Kühlsysteme von Kraftwerken. Dies sagte der BUND-Landesvorsitzende Holger Schindler am Mittwoch in Mainz.
Laut Schindler erwärmte sich das Wasser im Rhein bereits 2006 und 2003 auf über 28 Grad. Ab 25 Grad kann das Ökosystem im Fluss bereits beschädigt werden. Der wärmste Bereich des Rheins liegt zwischen Mainz und Worms. Nach Angaben des stellvertretenden BUND-Landesvorsitzendenm Heinz Schlapkohl, stellen die Lachse wegen der Temperatur ihre Wanderung zu ihren Laichplätzen flussaufwärts ein.
Mehrere 10.000 Megawatt an Abwärmeeinleitungen werden von Kraftwerken, Industriebetriebem und Kläranlagen in den Rhein verursacht. Laut der BUND-Studie "Wärmelast Rhein" aus dem vergangenen Jahr ist das Atomkraftwerk im elsässischen Fessenheim, das keine Kühltürme habe und das Wasser des Rheinseitenkanals mit 4000 Megawatt um mehr als zwei Grad aufheize, Spitzenreiter. Deshalb fordert der Bund die Einführung einer Abwärmeabgabe und die Erstellung eines Wärmelastplans für den Rhein.
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