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22. July 2010, 21:34 Uhr Alter: 2 Jahre

Vattenfall testet Algen gegen Treibhausgase

Von: Deian I.

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall will Algen als Mittel gegen Baunkohle-Treibhausgase einsetzen. In der trüben dunkelgrünen Algenbrühe steigen die Blasen der Abgase nur langsam nach oben. Die Algen könnten die Hoffnung der deutschen Stromkonzerne werdend, auch wenn sie niemand im Swimmingpool haben möchte.

Die Grünalge, mit der Vattenfall im Algenreaktor des Braunkohlekraftwerks Senftenberg experimentiert heißt Scenedesmus obliquus. Seit Donnerstag testet der Energiekonzern in der brandenburgischen Anlage, ob die Kraftwerks-Abgase eine wahre Geldmaschine werden könnten. Das Treibhausgas CO2 wird die Energiekonzerne in Zukunft immer mehr kosten. Sollten die Algen tatsächlich einen Teil der Abgase fressen, könnte daraus ein Milliardengeschäft werden.

Eine Biotechnologin soll zunächst in einem eineinhalbjährigen Pilotprojekt ergründen, ob die Algen mit den ungefilterten Kraftwerks-Abgasen zurechtkommen. Die Algen wachsen in den drei Meter schmalen senkrechten Tanks extrem so schnell, dass aus klaren Flüssigkeit eine dunkelgrüne Suppe geworden ist. Der Algenreaktor nutzt die Gesetzte der Photosynthese: Pflanzen nehmen Kohlendioxid auf und wandeln sie mit Hilfe von Licht zu Biomasse. Algen bilden etwa zehnmal so viel CO2 wie Pflanzen, die an Land wachsen. Deshalb werden Algen sowohl in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie sowie als Energieträger verwendet.


Alle großen Stromkonzerne testen die Algen mit verschiedenen Techniken auf ihre Tauglichkeit. Im Gegensatz zu Treibhausgasen wäre die Biomasse möglicherweise verwertbar und gewinnbringend. Außerdem ist kein politischer Widerstand gegen Bioreaktoren zu erwarten, anders als bei der geplanten Verpressung von Treibhausgasen in Hohlräume unter der Erde. Bisher kann nur auf ein gutes Ergebnis gehofft werden, erst Ende 2011 werden die ersten Forschungsergebnisse in Senftenberg erwartet.



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