Wasserräder für Stromproduktion
Von: Deian I.Ein Pinneberger Experte sieht für Wasserräder 20.000 Einsatzorte in Deutschland. Seit der Erfindung der Dampfmaschine sind Wasserräder aus der Mode gekommen. Der Ingenieur Hartmuth Drews hat in seinem Keller eine Erfindung gemacht, die ein Wasserrad als Anlage zur Stromproduktion verwendet.
Das Projekt sieht vor, mit einer Investition von 70.000 Euro in die 10 Megawatt-Anlage jährliche Einnahmen von 10.000 Euro aus dem Verkauf des Stroms zu erzielen. Ein solches Wasserrad kann 15 Haushalte mit Strom versorgen. Um die Wasserräder rentabel zu machen ersetzt Drews das schwere Getriebe und den klassischen Generator durch einen getriebelosen Ringgenerator. Dieser ist in das Wasserrad integriert und für geringe Drehzahlen ausgelegt. Bereits vor zehn Jahren erstellte Drews ein kleines Projekt für ein Wasserrad nach dem Wunsch eines Kunden. Auch damals war es klar, dass sich nur eine individuelle Fertigung bezahlbar machen würde. Drews wurde klar, dass das Baukastensystem praktisch ist. Bei einem Partnerunternehmen hat Drews von Fertigungsrobotern identische Edelstahlschaufeln herstellen lassen, die zu Wasserrädern mit jedem gewünschten Umfang und verschiedenen Breiten zusammengesetzt werden. Laut Drews Recherchen gibt es in Deutschland rund 20.000 Einsatzorte für die neuen Wasserräder, die dort künftig CO2 freien Strom erzeugen können. Besonders Standorte mit alten Mühlrädern lassen sich unkompliziert und schnell wiederbeleben.
Auch wenn die Leistung an einzelnen Standorten nicht über 20 bis 30 Kilowatt hinausgeht sind die Wasserräder bedeutend für den Energiemix. Im Gegensatz zu Sonne und Wind steht Wasserkraft nahezu das ganze Jahr zur Verfügung. Deshalb stabilisieren kleine Wasserkraftwerke das Stromnetz. Drews sieht sein Projekt auch in Orten, die keinen Anschluss an das Stromnetz haben wie zum Beispiel abgeschottete Dörfer in Bergen. Es wurde bereits ein Lizenznehmer gefunden, der die Großserienproduktion und den internationalen Vertrieb organisieren wird.
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