Wie lange steigen die Strompreise noch?
Von: Deian I.Endverbraucher müssen seit Jahren machtlos zusehen wie der Strompreis immer mehr in die Höhe wächst. Durch die steigenden Ökoabgaben drohen den Verbrauchern nun weitere Erhöhungen.
Zum 1. Januar mussten die Kunden von Vattenfall bereits die Preiserhöhungen in Kauf nehmen. Im Laufe des ersten Halbjahres folgen die restlichen Anbietern mit ähnlichen Erhöhungen. Zum 1. Mai drohen den Kunden von E.ON Hanse und E.ON Avacon eine Preiserhöhung von 0,6 Cent pro Kilowattstunde. Als Begründung geben die beiden Konzerne an, dass für den hohen Anteil erneuerbarer Energien teure Einspeisevergütungen gezahlt werden müssen. Den Kunden wird eine Alternative geboten, nämlich den Preis für zwei Jahre einzufrieren. Lohnt sich diese Maßnahme oder ist dies nur ein Trick, um die Kunden den jetzt noch teuren Strom zwei weitere Jahre zahlen zu lassen?
Laut Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher, ist es zur Zeit nicht absehbar, ob der Preis weiter steigt oder nicht. Seit Jahren werden die Kosten der Versorgern systematisch an die Kunden weitergegeben. Zwischen 2006 und 2009 war die Strompreiserhöhung um durchschnittlich 3,75 Prozent nicht gerechtfertigt. Zwar stiegen die Verbraucherpreise, die Netzentgelte im selben Zeitraum sind jedoch um 1,5 Cent pro kWh gefallen. Im Vergleich zu 2006 mussten Privathaushalte im vergangenen Jahr rund 100 Euro mehr für Strom bezahlen. Laut Peters rechtfertigen die Stromversorger die Preiserhöhungen mit den höheren Kosten der mittel- und langfristigen Strombeschaffung. Der Preis für den Strombezug hat sich tatsächlich zwischen 2006 und 2009 um 2,7 Cent erhöht. Der Anstieg des Endpreises ist dennoch deutlich höher. Laut einer Rechnung erhielt die Stromwirtschaft rund sechs Milliarden Euro mehr von den Verbrauchern als eigentlich nötig sei. Peters bezeichnet dies als den "Sechs-Milliarden-Raubzug". Tobias Federico, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Energy Brainpool, hält es für bereits für sicher, dass der Strompreis für die Verbraucher weiterhin steigt. Laut dem Energieexperten sinken zwar die Großhandelspreise seit einiger Zeit, jedoch beeinflussen andere Faktoren den Endpreis. Zu den Faktoren zählt unter anderem die Umlage für den Ausbau erneuerbarer Energien. Für den Verbraucher bedeutet dies Mehrkosten von 2,05 Cent pro Kilowattstunde. Im kommenden Jahr soll die Umlage sogar auf 2,5 Cent und anschließend auf 2,9 Cent steigen. Dies wirkt sich natürlich auf den Endpreis aus.
Laut Günter Hörmann, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale, ist es unmöglich die Strompreisentwicklung vorherzusagen. Wer sicher sein will, sollte das Angebot seines Versorgers akzeptieren und den Preis einfrieren. Dabei muss das Kleingedruckte beachtet werden, immerhin bindet man sich für mehrere Jahre an einen Versorger. Wenn der Stromanbieterwechsel zu einem anderen Anbieter die bessere Lösung sei, muss man sich genau überlegen welchen Weg man nimmt. Außerdem bietet das Kleingedruckte einige kleine Tricks. So wird im E.ON-Angebot zwar mit der Sicherheit von weiteren Strompreiserhöhungen geworben, jedoch sind Änderungen von Steuern und gesetzlichen Abgaben von dieser Garantie ausgenommen. Die Ökoumlage soll laut E.ON nicht ein Fall für das Kleingedruckte sein. Diese soll in den nächsten zwei Jahren um 0,85 Cent pro kWh steigen, dann würde die E.ON-Garantie tatsächlich einen Preisanstieg verhindern.
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